Wortfriedhof: gebumfiedelt

Erste Idee? Es heißt so etwas wie „verarscht“ nur nicht ganz so gossenmäßig, sondern eher ironisch-distanziert. Zweite Idee? Es hat etwas mit Sex zu tun.

Tatsächlich aber geht es auf eine Zeit zurück, in der einer Frau (meistens zumindest einer Frau) ein Ständchen gefiedelt wurde und diese sich dann gebumfiedelt fühlte, also durch ein Ständchen geehrt. Im übertragenen Sinne wurde es verwendet, wenn man ausdrückte, dass man sich geschmeichelt fühlte.

Ich schließe nicht aus, dass es damals schon Menschen unangenehm war, wenn auf einmal ein Fiedler neben einem steht und mit schmachtendem Blick einem ein Ständchen fiedelte. Vielleicht fühlte man sich also doch manches Mal auch ein wenig veräppelt. Und mit Sex hat es also im weitesten Sinne auch zu tun. Denn was wollte der Fiedler oder der, der den Fiedler engagiert hatte, wohl schon erreichen?!

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7 Kommentare zu „Wortfriedhof: gebumfiedelt

  1. Herrlichst. Ich werde zukünftig losgiggeln müssen, wenn ein Stehgeiger mit schwarzglühendem Blick mich umscharwenzelt, jaja, bumfidel du nur, mich kriegste nicht denkend.

  2. Und wieder was gelernt…
    Seltsam, diesem Ausdruck wiederzubegegnen.
    Ich erinnere mich an eine Kinderserie aus den 80ern – „Bumfidel-Geschichten“.
    Der Ausdruck war darin der Spitzname eines kleinen Jungen, so eine Art „Michel aus Lönneberga“, bloß in der Stadt…
    Ich entsinne mich, dass ich die Serie mochte und mich oft gefragt habe, was der seltsame Name bedeuten soll.
    Was die Autoren sich wohl dabei gedacht haben? Einen kleinen Jungen so zu nennen?
    Vielleicht wussten sie gar nichts von der eigentlichen Bedeutung des Wortes?

    1. Ui… Daran kann ich mich nicht erinnern, aber ich habe mal nachgesehen und der wird nicht mit „ie“ geschrieben. Darum kommt das wahrscheinlich von „fidel“ (Betonung auf der zweiten Silbe) und bedeutet „lustig/froh“, das würde ja passen. Was es dann aber mit dem „bum“ auf sich hat – keine Ahnung 🙂 Jungs spielen ja oft mit Krach und Bums, also vielleicht kommt es irgendwie daher … 😉

  3. Oh, den Ausdruck kenne ich aus meiner Kindheit…also, mein Vater hat den hin und wieder wohl mal gesagt…sooo alt bin ich dann doch noch nicht 😉
    Hatte ich aber auch schon irgendwie wieder vergessen. Danke fürs Erinnern

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