Verliebt (Charaktere)

Wenn ich an ihn denke, dann presst mein Herz sich so zusammen, und ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr atmen kann. Am liebsten würde ich weglaufen und direkt wieder zurückkommen, nur um zu sehen, ob er mein Fehlen gemerkt, ob er mich vermisst hat. Manchmal glaube ich, dass ich ihn spüren kann. Nein, er ist dann nicht einmal in meiner Nähe, aber vielleicht denkt er ja gerade an mich. Bestimmt tut er das irgendwie.

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Fehlerteufel (Charaktere)

Schreiben will ich. Und ich weiß, das ich es kann. Mein Deutschlehrer früher hat meine Geschichten auch immer gelobt. Nur meine Zeichensetzung nich so. Geschichten habe ich noch tausende im Kopf. Also habe ich mich hingesetzt und Bücher über Schreiben bestellt und die alle gelesen. Und die Autoren sagen Schreiben wäre vor allem eins: Arbeit. Alle denken immer, man müsste den Geniefunken besitzen, dabei kommt es nur aufs Überarbeiten an. Das ist das wichtigste. Und das man nicht zu komplexe Sätze schreibt, denn wer will das lesen? Das kann man sich höchstens leisten, wenn man Thomas Mann oder Stefan Zweig heißt. Also schreib ich simpel. Geschichten habe ich genug. Sagte ich ja schon. Und wenn man noch hundertmals überarbeitet, dann findet man auch alle Fehler. Bestimmt.

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Zielstrebig (Charaktere)

Oh. Also. Ähm. Ich weiß nicht. Vielleicht, weil … Hm. Ich könnte das ganz gut, denk ich. Na ja, wenn ich ehrlich bin … ich habe halt keine Ahnung gehabt. Abi in der Tasche, aber ein freiwilliges soziales Jahr oder so etwas wollte ich nicht machen. Darum habe ich mir ein Studium gesucht, das keinen NC hat. Nicht, dass mein Abi schlecht ist, aber für Medizin hätte es sowieso nicht gereicht. Und da und bei vielem anderen … da muss man sich ziemlich reinhängen, ich weiß nicht, ob ich darauf Lust gehabt hätte.

Doch, hab ich schon. Also klar, nicht auf alles, was wir da belegen müssen. Manche Seminare sind echt … lahm. Da sitzen wir dann und gucken uns an, rollen die Augen oder chatten und surfen. Das geht ganz gut, und die Dozenten sagen auch nie was, weil … Keine Ahnung, entweder merken die’s nicht oder die sind so drauf nach dem Motto Freigeister und dass wir selbst entscheiden sollen, wann wir aufpassen.

Nee, das stimmt. Wenn ich einfach nur Literaturwissenschaften studiert hätte, wüsste ich nicht, was ich damit machen soll. Ich hätte nicht die Durchsetzungskraft zur Journalistin. Da muss man bissig sein und irgendwie stark. Am liebsten wäre ich Schriftsteller. Über Blogs kann man ja jetzt einen ziemlichen Bekanntheitsgrad erreichen und ich müsste nicht so ins Rampenlicht, wie zum Beispiel beim Fernsehen. Das wäre auch nichts. Immer vor Leuten stehen und sich begutachten lassen. Insgesamt wär mir so ein Bachelor zu unsicher.

Und Lehrer stell ich mir ganz gut vor. Geregelte Arbeitszeit. Beamtenstatus. Sicherheit. Gut vereinbar mit Familie …

Dass ich charakterlich nicht passe? Wieso sollte ich davor Schiss haben? Nee, das ginge schon irgendwie. Da würd ich mich dann durchbeißen. Und ansonsten hab ich halt nen Burnout …

Erwachsen (Charaktere)

Mit 18. Definitiv. Da hatte ich das Gefühl, dass ich jetzt endlich für mich entscheiden kann. Nein, das stimmt nicht. Ich musste ja noch weiter zur Schule gehen. Musste und wollte. Dann vielleicht mit 19 als ich mein Abitur hatte? Hm. Nein. Eigentlich da auch nicht. Oder mit 20 als ich für ein Jahr alleine nach Neuseeland ging? Freiheit gab es ohne Ende. Aber weil ich nicht immer dann einen Job fand, wenn ich einen brauchte, musste ich auf meine Eltern zurückgreifen. Finanzielle Abhängigkeit zerstört das Erwachsenengefühl. Und so war es dann auch mit der Studienzeit. Nebenbei habe ich gearbeitet, klar, aber nie hätte ich mir Studium, Praktika, Auslandssemester ohne meine Eltern leisten können. Also nein, Erwachsensein war auch da nicht drin.

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Anders dagegen

Ich lasse mich nicht treiben. Ich trotze, ich trotze dem Wind, den Böen, dem Sturm und halte dagegen. Das Herz ist schnell, bleibt schnell, flattert zu sehr. Irgendetwas stimmt nicht, ist zu eng, ist nicht groß genug. Etwas in mir ist anders als früher, falsch vielleicht. Ich weiß es nicht. Trotzdem bleibe ich gegengerichtet. Werfe meinen Scheitel nach vorn und lasse den Wind meine Wangen nach hinten zerren. Zu einem Lächeln.