Welten

Blick nach vorne. Ein bisschen grimmig, etwas trotzig. 20 Jahre und die Welt gehört ihm. Den Arm locker um das Mädchen gelegt. Ihr Körper an seinen gegossen, der Kopf in seiner Beuge. 16 Jahre und die Welt ist neu. Anders als gedacht. Einfacher irgendwie in der Großstadt. Schwieriger manchmal zuhause in der Kleinstadt.

Ein Kuss auf die Schläfe. Sie beobachtet sich und ihn im Fenster. Schaut auf die Lichter, stellt wieder scharf aufeinander. Vier Jahre Altersunterschied und dazwischen liegen Leben. Will sie seins? Will er eins mit ihr?

Drei Wochen wollen sie. Erste Berührungen, die tiefer gehen. Erste Tütchen, die sie nicht annimmt, Alkoholexzesse, die sie verweigert. Erste Versuche, alkoholisiert einen Ständer zu halten. Doch sie bleibt Jungfrau. Gut, dass sie Jungfrau bleibt. Erste Berührungen, ja; erste Male, nein.

Dann möchte sie nicht mehr. Flattert von ihm weg. Aus seinem trotzigen Blick werden trotzige Worte. Doch sie hat verstanden: Ihr wird die Welt gehören. Nicht ihm. Und ihre Welt wird immer ein bisschen neu sein. Aber nicht mit ihm.

Manchmal

Am besten scheint es, mit „manchmal“ zu beginnen, weil es so ein gutes Wort und nahezu allumfassend ist – bei Frauen vielleicht eher als bei Männern: Manchmal sehe ich gut aus, manchmal bin ich glücklich, manchmal fühle ich mich komplett wohl, manchmal brauche ich keinen Menschen außer mir. Aber manchmal brauche ich jemanden, der mich küsst, so dass ich automatisch näher rücke und meine Beine sich von alleine spreizen, weil mein Körper ihn aufnehmen will. Manchmal brauche ich Komplimente und manchmal brauche ich Meersalz in den Haaren. Manchmal kommt so viel häufiger vor als immer.

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Wenn es nicht passt

Sie passen nicht zusammen. Vor drei Jahren nicht, jetzt nicht, nie. Sie verbiegt sich für ihn und er ist … seltsam teilnahmslos. Nicht verliebt, nicht nicht verliebt, nicht begeistert, nicht nicht begeistert. Er ist in dieser neuen Beziehung. Und damit Punkt. Sie wird schon gut gehen. Denkt er sich. Vielleicht. Denkt man sich, dass er denkt.

Während sie das Leben für immer plant, von einem zum nächsten Schritt huscht und sämtliche dysfunktionale Beziehungen zuvor durch diese eine irgendwie funktionierende auslöschen will, während sie schon Namen für die ungezeugten Kinder hat, bleibt er stoisch. Er macht alles mit. Es ist alles gut. Aber niemand hat das Gefühl, dass es das ist. Dass es DAS ist. Bei der Hochzeit wünschte man sich aus dem absurden Schauspiel weg, aber man muss weiter zusehen, als wäre es eine furchtbare Realityshow, bei der man die Augen über die Protagonisten rollt und sie nie, auch nicht ein bisschen, ernst nehmen kann.

Aber man ist nicht drin in diesem Paar. Man weiß nicht, was wirklich da ist, ob nicht mehr da ist, ob man sich nicht täuscht. Man hat einfach nur dieses Gefühl. Dass sie nicht passen. Dass sie sich in ein Hamsterrad begeben haben, aus dem sie nicht herauskommen. Weil die eine Person sich so weit verbiegen wird, dass sie weiterlaufen kann, und die andere Person einfach weiterlaufen wird, weil nach links und rechts zu gucken nichts bringt. Denn jetzt läuft sie ja einmal.

Man ist nicht drin in diesem Paar. Und wer erlaubt einem die Überheblichkeit, darüber zu urteilen? Man sich selbst. Man urteilt. Weil man einfach dieses Gefühl hat. Dieses Gefühl …

Fliegender Sommer

Die Zeit, in der die Frühjahrsfrische und Sommerpracht in tausend Farbnuancen zerfällt, in der sich Strukturen entwickeln und sich diese über andere legen:

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Die letzten Wochen versöhnen mit den ersten Monaten des Jahres. Auch wenn die Bauern es anders sehen.

Genug

Sie schwang alleine auf der Schaukel, vertieft in ihre Gedankenwelten, in denen sie sich erst Schlösser, dann Internate, dann Trauminseln und schließlich die große Liebe zauberte. Sie zog sich zurück von Schulfreunden, Freunden und Familie und grub sich ein in ihr Zimmer, um zu schreiben. Über ihre Welt oder die Welt, wie sie sein könnte. Sie rannte weg von allem, damit sie die Enge weitete, die Luft erleichterte, Freiheit spüren konnte.

Immer gab es Freunde und Familie, immer etwas zu tun, wenn sie es tun wollte. Aber sich selbst war sie nur in der Ruhe nah. Und sie verstand, dass sie sich nie einsam fühlen würde, nie alleine. Sie hatte sich. Und das würde ihr immer über lange Zeiträume genug sein.

Nicht zurück

Man konnte sich in sie verlieben. Direkt. Wenn man sie ansah, strahlte sie Vitalität, Lebensfreude, Da-Sein aus; betrat sie einen Raum, wendeten die Blicke sich ihr zu; und begann sie zu erzählen, lauschte man ihren Geschichten. Sie arbeitete daran, dass es so war, denn tief in ihrem Inneren versteckte sie all die Unsicherheiten, die sie blockierten, die dazu führten, dass sie dieses unglaubliche freie Leben mit all den Möglichkeiten, die sie ausschöpfte, nicht als frei empfand.

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Etwas Positives

Mehr Positives. Die Welt nicht nur hinterfragen, nicht nur den grauen Himmel und die Mengen an Regen sehen, sondern auch die im Prisma brechenden Sonnenstrahlen und den Geruch des benässten Gartens beschreiben. Von den Menschen berichten, die einen lieben und die man zurückliebt. Von all dem Guten, das einem widerfährt erzählen, um damit anderen Mut zu machen und zu zeigen, wie viel man schon geschenkt bekommen hat.

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