Halber Wortfriedhof: feien

Um nicht ganz die Reihen-Überschrift zu durchbrechen, diese ungeschicktere oben. Man hätte es vielleicht eher „Sterbendes Wort“ nennen können. Interessant ist für mich nicht das uns noch geläufige Wort „gefeit sein vor etwas“, von dem wir Schreibenden wohl wissen, was es bedeutet (vor etwas geschützt sein). Sondern die eigentliche Bedeutung des Wortes.

Denn das Wort „feien“ stammt von dem älteren Wort „fei“ (für „Fee“) ab und deswegen heißt es nicht nur „geschützt sein“, sondern genauer „durch Zauberkraft stark oder unverwundbar machen„. An diesem einen Wort zeigt sich eine komplette kulturelle Entwicklung: Weg von der vermärchlichten, zauberhaften Welt unserer Vorfahren, über die christlich-gläubige Welt des Mittelalters und der Neuzeit bis hin zu unserer rationalen Welt, in der nicht mehr viele Menschen an die Zauberkraft der Naturgeister glauben.

Ich auch nicht. Ich glaube nur an die Zauberkraft der Natur.

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8 Kommentare zu „Halber Wortfriedhof: feien

  1. Wobei dieses „Aber“ (das gibt’s auch im Pfälzischen) seinerseits eine Sonderbedeutung hat weil es nicht als Adversativ, sondern als Betonung des darauf folgenden Adjektivs verwendet wird („Das Wetter ist fei schön“ – „Du bist fei chic angezogen.“)

    Ich habe eine andere Frage zu „feien.“ Hat man das auch als aktivisches Verb verwendet?Also „Der Regenschirm feit mich gegen Regen.“

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