In der Luft

Es liegt etwas in der Luft. Etwas Schlechtes, sagte ich, als wir uns zu dritt trafen, um eventuell später zu einem Konzert in den Bunker zu gehen.

Warum meinst du?, fragte die Freundin, kurz bevor wir unser nicht-so-gutes-Essen bestellten.

Irgendetwas ist heute komisch. Erst das Wasserleck in der Gemeinde, sodass 10.000 Menschen, unter anderem wir, einen heißen Nachmittag ohne Wasser waren, dann, als ich auf dem Weg nach hier war, liefen auf einmal vier Polizisten in Vollmontur an mir vorbei, und … Irgendwas ist in der Luft.

Ich hätte auf meine Prophezeihung hören sollen. Denn im Bunker lag Corona in der Luft. Nun, eine Woche später, ist das Näschen nur noch leicht verschnupft, und mehr ist auch nicht gewesen. Schlimmer ist, dass ich die letzte Schulwoche verpasste, weil wir als auslaufend schließende Schule KollegInnen zu verabschieden haben, wofür ich fest mit eingeplant war. Und weil ich den verblienen SchülerInnen durch meine Anwesenheit mehr Sicherheit gebe, als ohne. Dann machen sie sich noch mehr Sorgen.

Zumindest war ich einen Tag nach dem Bunker-Konzert bei der Abschlussfeier der 10er kein Superspreader, als ich die Schüler nach fünf Jahren als ihre Deutschlehrerin umarmte und mit ihnen posierte. Diese Feier gab so viel Anerkennung, so viel Lob, einige „Ich werde Sie so vermissen“ und Tränen auf beiden Seiten. Da weiß man, dass man vieles richtig macht. Auch wenn man manchmal eben eine blöde Entscheidung trifft und bei steigenden Zahlen und schlechten Ahnungen auf eine Party geht …

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