Ich mich mein …

Ich bin so müde, so ausgelaugt. Ich sehne mich nach dem Meer, nach Luft, nach warmen Nächten. Wie ich mich sehne nach etwas, das ich nicht beschreiben kann.

Noch stecke ich mitten in den Abschlussklausuren und ich kann nicht wirklich sagen, wie sie gelaufen sind. Ich wage es nicht, eine Prognose zu erstellen und ich habe auch keine Ahnung.

Ich habe Geld- und Gesundheitsprobleme. Und Altersprobleme auch: Die grauen Haare, die Fältchen, die Haut … Ich fühle mich nicht attraktiv, ich richte mich nicht mehr her, ich kümmere mich nicht um mein Zimmer und ich sorge mich um meine Zukunft. Was wird mit mir werden? Wohin steuere ich? Ich hoffe, dass ich schreiben kann; ich hoffe, dass ich gut lebe. Ich lebe lange und eigentlich nicht. So viele Dinge kommen mir nah vor und sind so weit weg. Ich sehne mich so, dass mir die Tränen kommen. Am liebsten würde ich in mein Auto und weg, Brücken abbrechen und irgendwann wieder kommen. Ich weiß nicht, wieso mich immer wieder dieses Gefühl überkommt. Ich bin einfach nicht normal, aber auch nicht mehr so frech, schlagfertig und witzig und hübsch. Dieser Teil von mir liegt auf Eis. Ich bin unsicher, zögerlich und nichtssagend. Ich habe kein Selbstvertrauen, kein Selbstbewusstsein. Wo ist das alles hin?!

Vielleicht will ich vor mir selbst fliehen? Vielleicht bin ich auch einfach nur dumm. Egal was. Eins bin ich nicht: Erwachsen.

(24jähriges Ich, Sommer 2006, immer noch in einer Beziehung. Unglücklich, wie es hier sehr deutlich wird.)

5 Gedanken zu “Ich mich mein …

    1. Ich habe mich treiben lassen und bin immer dahin getrieben, wo mir die Aufgaben gelegen haben. Es sind ja nun 15 Jahre später …

      Erst trieb ich zum Verlagswesen und mein Chef empfahl mir die Diss. Dann habe ich die abgeschlossen und festgestellt, dass Verlage nicht unbedingt in meiner Stadt zu finden sind, ich aber gerne hier bleiben würde.

      Also habe ich das Lehramt ausprobiert. Immer von Ferien zu Ferien gecheckt, ob ich es wirklich durchhalte. Und es waren stets die Schülerreaktionen auf mich, die mich antrieben, weiter zu machen. Seminarausbildner und anderer Lehrer haben mir dagegen halb Steine in den Weg gelegt, mich halb wahnsinnig gut unterstützt.

      Mittlerweile, nachdem ich an drei verschiedenen Schulen und der Uni (als Ausbilderin für Praxissemesterstudenten) gearbeitet habe, bin ich seit 6 Jahren fest an einer allerdings bald schließenden Schule und treibe Richtung Schulleitung. Ich wäre ziemlich gut 😉

      1. Da hast du aber ganz schön was geschafft. Das ist gut. Ich lasse mich auch treiben, aber ich fühle mich eher wie ein Spielball in den Wellen.

      2. Ja, sehen wi in 15 Jahren. Gefühlt geht es im Moment nur bergab und in deinen traurigen Texten finde ich mich eben selbst wieder, nur, dass ich wohl kein Schulleiter mehr werde.

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