Studienende

Die Deutschprüfung hab ich 1.3, die für Geschichte 1.7; es ist vorbei. Und obwohl ich glücklich bin, bin ich traurig. Es ist vorbei. Diese Ära, die sechs Jahre dauerte, mit so vielen Auf und Abs gesegnet war und mir so viel gab und so viel nahm, sie ist zu Ende.

Anfangen zu weinen musste ich, als ich das Bild von Opa, Oma und mir zum Abiball gesehen habe, weil sie stolz auf mich gewesen wären, es aber nicht mehr sein können. Beide nicht, auch wenn Oma noch lebt.

Ich glaube, ich weine wegen noch so vielem mehr. Wegen des unbestimmten Lebens, auf das ich zusteuere, wegen meiner Wohnung, die ich möglicherweise aufgeben muss… Ich weine, weil ich nicht bin, wie ich vor sechs Jahren war und doch nicht viel anders. In mir schreit es nun nach Freiheit. Ich habe beendet, was mein Vater abbrach, ich habe mich durchgekämpft und durchgelebt.

Mein Leben liegt offen vor mir, doch ich weiß nicht wohin. Ich will Sicherheit und keine, will ein Haus, eine Wohnung und nichts. Ich will mein Leben nicht falsch verbringen, will nicht auf einer Stelle stehen und will doch nicht weg von den Menschen, die ich liebe.

Ich glaube, ich kann immer noch am besten Schreiben … 

Und nun lächle ich mit nassen Augen. Es ist mein Leben. Es liegt vor mir. Ich kann es gestalten. Für mein Glück bin ich zuständig. Immer.

Mein Studium ist vorbei, das Lernen ist vorbei. Auf zu neuen Ufern.

(25jähriges Ich, erstaunlicherweise immer noch in der Beziehung mit F., auch wenn er nicht erwähnt wird)

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