The Good Wife

Es ist tatsächlich die erste Serie, die ich über Netflix kennengelernt und in mehreren Staffeln nun nahezu zu Ende gesehen haben: The Good Wife. Ich wusste nicht genau, worauf ich mich einließ, als ich sie begann, nur, dass sie viele gute Kritiken erhalten hatte. Nachdem die 7. Staffel sich nun ihrem Ende zuneigt, muss ich feststellen, dass fünf Staffeln und ein bisschen weniger Hin und Her vermutlich ausreichend gewesen wären. Alicia, die Hauptdarstellerin, arbeitet im Grunde stets (abgesehen von der letzten Staffel und dann da auch wieder doch) mit den gleichen Menschen zusammen, aber die namensgebenden Partner der Kanzlei wechseln.

Alicia selbst mochte ich im Laufe der Serie immer weniger gerne, obwohl sie sich in der ersten Hälfte der letzten Staffel nochmal „fängt“. Vielleicht ist es auch gar nicht ihre Schuld: Die Drehbuchautoren lassen sie erst zu einer Heiligen werden, ehe sie ihr dann so viele Steine in den Weg legen, dass es fast zum Fantasyspektakel wird. Freundschaften, die sie beginnt, werden auslaufen gelassen. Liebschaften werden meist nur angeschnitten, bleiben viel zu oberflächlich und selten „klickt“ es zwischen ihr und den potentiellen Partnern. Und ja, was ich am wenigsten mag, ist wohl, wie sie in ihrer Ehe verhaftet bleibt. Weil es der politischen Karriere nutzt. Erst nur der ihres Mannes, dann der von beiden, dann wieder nur der des Mannes.

Dennoch faszinierte die Serie mich. Und lehrte mich sowohl das amerikanische Recht als auch den amerikanischen Politikzirkus zu verachten. Wenn man das Recht immer mal wieder so auslegen kann, dass man Schuldige freibekommt, wenn es so viele Schlupflöcher gibt, wenn man erst auf Grundlage des einen Schwerpunkts verteidigen kann und dann wieder auf den anderen, wenn Privatdetektive ihre Beiträge leisten, Anwälte zu Polizisten werden … Dann ist vieles vielleicht fiktiv, aber entbehrt doch nicht einer gewissen Basis. (Ich kann nur hoffen, dass deutsches Recht nicht ganz so dehnbar ist, aber vermutlich ist es das doch …). Schlimmer aber fand ich das, was ich über die Politik dort lernte. Über die Politik hinter den Kulissen. Nicht die, der Anwaltsfirma unbedingt, eher die Kampagnenführung, um als Politiker groß raus zu kommen, über die Möglichkeiten der Manipulation, der „Überzeugung“. Krankes System, das sie dort haben. (Wiederum: Auch das deutsche mag kranken, aber doch hoffentlich nicht so sehr …)

Neben all dem, was ich über politische Kampagnen lernte, reizte mich besonders die Aktualität der Fälle. Laufend wurden damalige tagespolitische Themen aufgegriffen und verarbeitet. Ich glaube, das ist der Hauptgrund, aus dem ich am Ball blieb. Nicht die Personen und ihre Konstellationen, nicht die Schauspieler, nicht die Politik. Die Fälle.

Aber Anwalt wäre nie etwas, das ich in den USA hätte werden wollen. Nicht, wenn es auch nur zu 30% so ist, wie die Serie es darstellt. Das war noch ganz anders, als ich Ally McBeal sah, denn damals stand Jura noch recht hoch auf meiner Wunschliste.

Advertisements

3 Kommentare zu „The Good Wife

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s