Traumzensuren

Es ist immer noch Weihnachten bei uns. Der Baum steht mit langsam aber stetig hängenderen Ästen in der Ecke, die Legokrippe mit He-Man-Figuren ist noch darunter aufgebaut und die Terassentür ist von einer Lichterkette mit Sternenmotiven umrankt. Irgendwie hatten wir noch keine Muße loszulassen.

Ich finde sowieso, dass Weihnachten zu früh kommt. Es ist kaum Zeit zum Kälterwerden da und kaum Zeit, sich wirklich dem Backen und Schmücken hinzugeben. Und dass, obwohl ich keine Kinder habe, aber eben Vollzeit arbeite. Beides zusammen scheint mir eh kaum möglich.

Wir feierten mit elf Leuten und in meinem Hirn hatte ich das bis vor einer Woche offenbar noch nicht verarbeitet, denn scheinbar hatte ich mir mehr Sorgen gemacht, als ich mir eingestehen wollte. Vor einer Woche starb in meinem Traum ein Junge, weil ich seinem Vater, einem Besucher der Weihnachtsparty, sagen wollte, dass sie sich am besten so stellen sollten, dass die Nachbarn sie nicht sehen. Der Junge hatte eigentlich auf einem Trampolin gehüpft, aber weil ich an ihm vorbeiging, kam er aus dem Tritt und sein Hinterkopf schlug so auf, dass sein gesamtes Gesicht einsackte.

Innerlich, bis in die Träume hinein, gibt es eine Zensur der Vernunft in mir. Ich weiß, was alles nicht nötig ist, aber ich überliste das mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen, die alle ganz anders ausgehen könnten. Oder eben nicht.

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