Kinozucken

Wohin? Sie wissen es nicht. Keine Möglichkeit. Bitterkalt. Minusgrade. Park, See, Feld, alles unmöglich. Vielleicht ins Kino? Wenigstens das? Reißt dann an einem Freitagabend zwar ein Loch ins Taschengeld, aber wenn doch sonst kaum was geht?!

Und so hängen sie hier ab. Kaufen sich beim Rewe noch ein paar Bier über den, dessen Alter optisch zumindest vorausgewachsen ist, wenngleich er erlebnismäßig gefühlt auf der Stufe eines Zwölfjährigen hängen blieb, und chillen, bis der Film in einer Dreiviertelstunde startet. Zwei ihrer Mädels filmen sich und posten ein bisschen. Vielleicht wird später ein Tiktok draus; kann man bestimmt was mit machen.

Eines der Mädels spielt das jahrtausendalte Spiel mit dem Optisch-Ältesten. Ignorieren, hinsehen, wegsehen, hinsehen, wegsehen, Freundin angrinsen, Typen fast Augenkontakt, verschämtes Lächeln hinter dem Maskenschutz.

Im Kino ein Hin- und Hergeschiebe, damit sie nebeneinandersitzen werden. Damit wie seit fast hundert Jahren vor den Leinwänden Hände sich nebeneinander einfinden, Wärme in die Fingerspitzen rutscht und sie fast zum Glühen bringt, das Kribbeln auf die Arme übergeht, … ein Zucken … und seine Handfläche über ihre rutscht.

Damit die ersten Erfahrungen beginnen können. Und alles doch ein bisschen so sein kann, wie es immer gewesen war.

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