Die Weite dahinter

Ich werde vornweg gehen, werde die Welt ein bisschen hinter mir lassen, zumindest die der letzten Jahre. Werde aufbrechen in die andere, in das Unbekannte, das große Weite, das kleiner zu werden scheint, je mehr wir davon kennengelernt haben.

Allerdings: Noch, noch ist es riesig und überall, und ich will dort sein. Für Zeit. Begrenzte. Wie begrenzt, ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht.

Aber als ich dich ansehe, als eigentlich alles in mir mich von hier wegzieht, kracht mich ein Gefühl in dich hinein. Ich sehne mich schon jetzt, während ich vor dir stehe, dumpf gewordene Musik und Menschen, die zu Massen verschmolzen sind, um uns herum, nach dir zurück. Nach dir und mir und uns und all dem, was gewesen ist und vielleicht hätte sein können oder noch sein wird. Ich werde niemals in meinem Leben jemanden so vermissen, wie ich dich vermisse, auch wenn du nur im Nebenraum bist.

Ja, ich, diese selbstständige, unnahbar kühle Frau mit jenem berüchtigten eigenen Willen und dem Herzen, das nur flüchtig durch Männerleben streift, ich schaue dich an und zu viel Liebe, zu viel, als dass der Atem nicht schneller wird und manchmal stockt, zieht sich vom Bauch in den Hals und weiter in die Augen.

Ich kann dir doch nicht hinterherkommen, sagst du und deine Hände, um meine Taille gelegt, ziehen mich zu dir. Warum denn eigentlich nicht?, sage ich und flüstere, bevor deine Lippen meine finden: Folge mir.

2 Gedanken zu “Die Weite dahinter

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