Dazwischengeschlichen

Vier Jungs und ich in einem Auto. Und alles nur für Zeit mit Björn. Wir hatten den Discoparkplatz noch nicht verlassen, als Till im Vorbeifahren auf einen Polizeiwagen rotzte, ich zum Anhalten verdonnert und Till in die Mangel genommen wurde. Nach einer Viertelstunde durften wir endlich weiterfahren und Björn lobte meine Ruhe, indem er mir von hinten die Hand auf die Schulter legte, die ich ergriff. Seine Freunde redeten eifrig darüber, wie sie die Bullen fertigmachen wollten. Kindergeschreie. Ich konnte es kaum noch ertragen. Als wir alle abgesetzt hatten und Björn vorne neben mir saß, meinte er: „Man, beachtlich, du hast dich wacker geschlagen.“ An der nächsten roten Ampel beugte er sich zu mir und küsste mich: „Das musste jetzt sein.“

An der zweiten roten Ampel küsste er mich wieder, und ich erwiderte. An diesem Abend gingen wir weiter, als wir jemals zuvor gegangen waren, wenn wir auch nicht miteinander schliefen. Vor drei Monaten hätte es den Himmel auf Erden für mich bedeutet, aber nun? Björn griff in meine Haare, zog mich so nah zu sich und hielt mich manchmal einfach nur fest, er liebkoste meine Halsbeuge und küsste meine Nase. Aber es war zu viel dazwischen passiert, und auch wenn mir diese Nacht zeigte, dass er ein Bestandteil meines Lebens und meiner Jugend bleibt, so bleibt er doch nicht ewig in meinem Herzen. Den Platz hat sich jemand anders erschlichen.

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