Morgenspiele

Warm und kuschelig. Darum musste die gute Tat am Tag, ihr ehrenamtliches Engagement, warten. Egoistisch rollte sie sich stattdessen zu ihm hin und das, was einst so zögerlich begonnen hatte, ließ sie nun zusammenkrachen, ließ Zungen spielen, Hände über Kurven fahren, Körper aneinander reiben. Mit anderen hatte sie solche Morgenspiele wegen des Unfrischegefühls abgelehnt, aber ihm gab sie alles. Alles, was sie ihm schon bis halb drei nachts gegeben hatte, alles, was sie sich die letzten Monate versagt hatten.

Er war ihr fast schon zu zärtlich, weil es diese Gesten gab, die sie nie verstehen würde, die sie an mehr als an Nur-Sex denken ließen. Aber weil er es so wollte, war es nur Sex. Und Freundschaft, natürlich, die auch. Und wegen der hätte er eigentlich am Abend zuvor die Finger von ihr lassen müssen. Was er nicht konnte, was sie froh machte. Und traurig zugleich.

Sie wollte den Mann, der er im Bett war und der sich so sehr von dem  zögerlichen, unzufriedenen Frauenjäger unterschied, den er über Tag und vor allem jedes Wochenende in jeder Disco gab. Er könnte ein toller Mann sein, einer, mit dem sie zusammen sein wollen würde, aber dafür müsste er erwachsen werden. Und ja, er müsste sie wollen und nicht nur begehren. Das wäre die andere Sache.

6 Gedanken zu “Morgenspiele

  1. Erwachsenwerden ist so eine Sache. Womöglich wäre er dann nicht mehr da als Freund und vermutlich wäre das Begehren nicht so groß. Ich denke, dass wir uns ein gewisses Maß an Peter Pan erhalten sollten. Die Gefahr dabei ist allerdings, andere Menschen zu verletzen und da sollte man sehr vorsichtig sein, wie weit man geht. Denn gerade so eine Freundschaft wird unter dem Sex leiden, den es ja eigentlich nicht geben darf.

    1. Ja, die Freundschaft kann dann auf jeden Fall nicht mehr so bleiben, wie sie zuvor gewesen ist. Zumindest ist das meine Erfahrung mit mehreren solcher Geschichten.
      Im Endeffekt kann ich dir nicht mal mehr sagen, ob ich tatsächlich noch an Freundschaften zwischen Mann und Frau glaube, die tatsächlich nur das sind. Irgendwie kam nämlich immer so natürlich dazwischen, was es zu kompliziert machte.
      Ich hatte viele männliche Freunde, aber nun eigentlich nicht mehr. Und irgendwie scheiterte es dann doch immer an der MännerFrauenSache.

      1. Ich lebe hier in der WG mit zwei Frauen, und eine davon ist meine beste Freundin. Bei uns war es so, dass wir ganz am Anfang was miteinander hatten und nachdem das vorbei war, haben wir uns eine zeitlang nicht gesehen. Seitdem ist es tatsächlich gar kein Thema mehr. Ist jetzt nicht mein tipp, wie man es anstellen sollte, aber zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer 😉

      2. Glaube, das Thema ist bei mir jetzt durch. Wohne mit Freund im gekauften Haus und werd wahrscheinl jetzt keine neuen beste Freunde Männerfreundschaften mehr eingehen. Fänd zumindest komisch, wenn es andersrum bei meinem Freund passieren würd …

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