Schicksalsgefühle

Schicksal ist so etwas, das uns – oder sollte ich genauer sein? – mir von klein an auf unterschiedlichen Wegen eingeimpft worden ist. Dabei komme ich gewiss aus keiner gläubigen Familie. Schon die Eltern meiner Mutter waren keine regelmäßigen Kirchengänger. Nur der Vater meines Vaters verbrachte Sonntagmorgende in der Kirche und genoss das anschließende Frühschoppen so lange wie irgend möglich. Vermutlich bis der Braten auf dem Tisch stand.

Wieso habe ich trotzdem dieses tiefe Empfinden in mir, dass ein gewisser Lebenslauf unseren Alltag begleitet? Früher hatte ich das bei bestimmten Jungen, die dann auf einmal und sehr unerwartet auftauchten, wo ich sie eigentlich nicht erwarten durfte und doch irgendwie erwartete. Dann bei meinen einfach laufen gelassenen Berufsplänen, bei dem sich das eine so perfekt in das andere schmiegte und mein Beruf, nein, meine Berufung sich mir von ganz alleine eröffnete. Und nun habe ich es auch immer mal wieder. Dieses Gefühl, dass manche Dinge zu zufällig genau passen, als dass es wirklich Zufälle sein können.

Ich weiß, man geht mit bestimmten Erwartungshaltungen an seinen Tagesablauf heran und beschwört damit unterbewusst manche Ereignisse herauf, aber das kann ich mir in diesen Situationen eigentlich nicht vorhalten. Unterbewusst kann ich das alles gar nicht so geplant haben.Und weil das so ist, habe ich dieses Schicksalsgefühl in mir und verbinde mich dann innerlich mit dem Schicksal anderer Personen, die mit meinem Leben im Grunde nichts zu tun haben.

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2 Gedanken zu “Schicksalsgefühle

  1. Ein interessanter Gedanke. Und meinen Glückwunsch zu einem solchen Flow. Für mein Leben gilt eher das Gegenteul Da hat sich so gar nichts gefügt oder in den Fluß begeben … und wenn ich es nicht Vieles mit viel Kraft erarbeitet hätte, würd ich vermutlich noch gestern da stehe, wo ich als 16jährige stand …

    1. Das heißt nicht, dass ich mir nicht Dinge wie Studium, Diss und Referendariat erarbeitet habe, aber eins hat das andere eigentlich ziemlich ergeben. Und was ich nie werden wollte, während ich es noch studierte, war doch das, was ich dann (durch einen Reifeprozess vermutlich) werden sollte, weil es mich nun ziemlich zufrieden macht.

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