Drei Worte

Sie trat aus der Haustür und erschrak: Du!, sagte sie und ihr Atem, ihr ganzer Körper stockte mit dem Wort. Auf nichts war sie vorbereitet gewesen, aber ihn vor ihrer Tür vorbeilaufen zu sehen, wäre das letzte gewesen, das sie erwartet hätte. Denn er wusste gar nicht, wo sie wohnte, wie die Überraschung in seinem Gesicht bestätigte. Er war stehengeblieben wie in einer Momentaufnahme. Mitten in der Bewegung. Standbild. Dann kratzte er sich an der Schläfe, schob seine Mütze zurecht und legte zugleich mit dem Grinsen, nein, ein Lächeln war es, den Kopf schief, Und du, sagte er schließlich.

Drei Worte und ihre ganze einstige Welt lag in ihnen.

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10 Gedanken zu “Drei Worte

      1. Das ist eine sehr gute Frage. Manchmal aber muss es gar nicht weiter gehen. Da spricht der Moment für sich und der ist in diesem Fall ausreichend. Wirklich schön!😊

  1. Die Story selbst um die drei Wörter find ich sehr stark. Die Sprache dagegen zu schwach. Das „ihr stockte der Atem“ kommt leicht abgelutscht daher und die Konjunktive scheinen mir auch nicht alle zu stimmen. Das nimmt leider ein bisschen die Kraft!
    Liebe Grüße!

    1. Na, ich schreibe ja immer eher einfach. Und der Konjunktiv soll da sein, wo er ist, da macht er Sinn.
      Und tatsächlich sind es ja auch bloß zwei Wörter, und nur drei, weil eins jeweils den anderen meint.
      Aber: Geschmäcker sind verschieden. Vielleicht seh ich es später mal wie du.

      1. War nicht besserwisserisch oder so gemeint – ich als Leser finde die Geschichte toll, aber eben abgeschwächt durch ein paar Stolperstellen in der Sprache. Mit Geschmack hat das nur bedingt zu tun. Beispiel: „wäre das letzte, das sie erwartet hätte“. Ich bin jetzt kein Grammatik-Hero, aber irgendwie stolper ich halt darüber. Müsste es nicht entweder mit Konjunktiv 2 heißen „wäre das letzte gewesen, das sie …“ oder, nicht so überkandidelt einfach im Präteritum: „war das letzte, das sie …“
        Je kürzer der Text, desto schwerer wiegen die einzelnen Worte. Ob man auf die Wert legt oder nicht – das ist in der Tat eine reine Frage des Geschmacks. Aber egal: Wichtig bleibt, dass diese kleine Minatur sehr schön ist. Liebe Grüße!

      2. Das gewesen würde ich ergänzen, aber das Präteritum würde etwas aussagen, was sie nicht gedacht hat. Denn sie hätte es ja gerade nie erwartet. Deswegen der Konjunktiv.
        Ich find Kritik durchaus gut, werde aber eben nicht jede annehmen 😉

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