Wortwahlen

„Wir sind ja alle schon mal gemobbt worden“, sagt eine Kollegin und ich wundere mich in mehrfacher Hinsicht. Erst einmal, dass sie so allgemein von so etwas Speziellem wie Mobbing spricht. Hat sie nicht verstanden, was damit gemeint ist? Und dann, weil ich nicht gemobbt und auch nicht, die Stufe drunter, geärgert worden bin. Kein Mitschüler hatte es auf mich abgesehen. Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich wegen eines anderen mit ungutem Gefühl zur Schule ging.

Von meinen drei Brüdern war es nur derjenige, der auf Männer steht und das schon früh wusste, der in den Kleinstadtaugen aus der Rolle fiel und deswegen einen schlechten Stand bei den Jungs seiner Stufe hatte. Denn, oh Gott, vielleicht wollte er ja was von gerade einem von ihnen … Aber auch er würde wohl nicht von Mobbing sprechen. Eher vielleicht davon, dass ihn gewisse Flachpfeifen wegen etwas auf dem Kieker hatten, das er nicht ändern konnte.

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Ein Gedanke zu “Wortwahlen

  1. Das erinnert mich an meinen Ex. Der beteiligte sich an der „Me too“-Kampagne und meinte, er sei schon mal sexuell belästigt worden. Nachdem ich ihn dann dazu befragt hatte, revidierte er seine Meinung.
    Warum reden manche Leute so? Geht es darum, einfach mitreden zu können/wollen? Wollen sie das Thema (Mobbing, sexuelle Belästigung) herunterspielen?

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