Ewigkeiten

Schwierig, eine Stadt zu finden, deren Namen man offensichtlich so falsch ausspricht. Ich suchte scheinbar Sohwlsbury und nicht, wie ich es glaubte, Salisbury. Manchmal ist ein Navi zu haben doch eindeutig weniger peinlich, als ohne Ausspracheahnung durch die Gegend zu düsen. (Menschen, die erzählen dass Deutschlernen so schwer ist, sollen mir mal erklären, wieso die Engländer so viele geschriebene Silben haben, die in der Aussprache nicht einmal vorkommen … Worcestshiresauce ist nur mein liebstes Beispiel von vielen.)

Nach einer Nacht in einer weiteren Jugendherberge – dieses Mal aber mit ein wenig Abstand zu denen, von denen mich nach unten zu viele Jahre trennen – verlasse ich das Haus knapp vor Sonnenaufgang in Richtung einer der vermutlich heiligsten Stätten der britischen Vorzeit: Stonehenge.

Stonehenge1

Und vielleicht ist es gut, dass ich so untouristisch früh hier bin, während nur ein einsamer Wachmann Kreise um die Steine zieht: Ganz nah dran muss ich gar nicht sein, um die Faszination aufzusaugen. Menschen sind zu allen Zeiten fähig gewesen vor allem wohl im Glauben an etwas Übersinnliches Dinge zu bauen, zu denen ihnen eventuell sonst Mut und Willen gefehlt hätten. Menschen brauchen etwas, das sie antreibt. Etwas, das tief aus ihnen herauskommt, von dem sie absolut überzeugt sind. Manchmal ist es die Kunst an sich, die das zu leisten vermag, manchmal benötigen wir aber jenes übernatürliche Wesen dafür. Doch andererseits ist dieses auch der Grund für so viel Zerstörung – gerade in den letzten Jahren wieder. Aber irgendwie möchte ich heute daran nicht denken. Heute möchte ich staunen.

Stonehenge2

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6 Kommentare zu „Ewigkeiten

  1. Ja, nicht!? Glaube wird so oft verteufelt – dennoch ist es (unerschütterlicher) Glaube, der Menschen übermenschliche Taten vollbringen lässt.

    Happy Urlaubing weiterhin

      1. Ja, bin auf keiner Reise… Aber ich mach das ganz gut mit dem Verwirren, ne? Die gezeigten Bilder hab ich aber tatsächlich nal geknipst. Die on Stonehenge hier allerdings im Winter.

  2. Glauben kommt, glaube ich, von geloben; durch ihn werden Ideen gestärkt. Zur Besänftigung einer an sich grausamen Gottheit wurden schon in der Steinzeit Tier- und Menschenopfer erbracht, um sich davon Vorteile zu erhoffen. An dessen Stelle ist heute der Glaube an die Technik getreten und opfert ihr wertvolle Zeit.

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