Eingenordet

Entschleunigung. Nicht, dass ich davon bei mir in den letzten zwei Tagen viel verspürt hätte, während ich das Kiel-und-Umgebung-Sightseeing abriss: Gestern war ich so lange zu Fuß unterwegs, bis die Füße streikten, und heute bin ich sicherheitshalber auf das Auto umgestiegen, das mich 120 Kilometer Roadtrip-gleich, aber Navi- und kartenlos durch die Käffer um Kiel herum führte.

Trotzdem kamen mir Gedanken zur Entschleunigung und dazu, ob wir Menschen wirklich bereit sind, uns von dem, was das Leben uns heute bietet, zu trennen, um stattdessen unsere Hirne mit unseren Smartphones zu verbinden.

Früher habe ich die belächelt, die sagten, sie hätten Urlaub an der deutschen Ostsee gemacht. Urlaub war für mich Snob nur da möglich, wohin man mit dem Flieger musste. Doch als ich mit den Füßen in der kalten Ostsee am Strand von Eckernförde stand und auf Stippvisite in Karlsminde war, beneidete ich die Freiheit der Kinder, die Strand, Camping, Gutshof und Felder ohne Eltern mit ihren Fahrrädern erkundeten. Als Kind reicht einem das doch?!

Und als ich am Dorfteich von Schönkirchen bei einem Milchkaffee und einem Stück Mohnkuchen saß, wunderte ich mich, warum Vintage eigentlich so in ist, dass Bloggerinnen Bücher zu ihren Fundsachen veröffentlichen können (Förde Fräulein) und darin und damit vor allem Handwerk jeglicher Art preisen. Es gibt seit einigen Jahren, gefühlt spätestens seit der Bankenkrise 2009, die Rückbesinnung auf Früheres, auf Selbstgemachtes. Sei es Nähen und Stricken, Einmachen und Einkochen, Reparieren statt Wegwerfen, Selbstbasteln und -Bauen statt kaufen … Das meiste durch Blogger gestützt, durch sie verbreitet und angeleitet.

Und da lasse ich mir einreden, dass es den Menschen in 200 Jahren nicht mehr so gibt, wie wir jetzt sind? Und wenn wir das letzte gallische Dorf sind … ich werde mit zu den Verneinern gehören. Denn das Leben, so wie meins jetzt ist, scheint mir doch die erstrebenswerteste Form von allen zu sein. Weil es so wunderbar, so voller Möglichkeiten und Entdeckungen ist. So gut.

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