Drei und Zehn

Eben hatte ich die Idee, dass … nein, anders. Oft überfliege ich Nachrichten nur, lese die Überschriften und die Kurzzusammenfassungen, halte das aber auch gar nicht für Bildung oder gute Information und bin dann oft erschrocken, dass es meistens reicht, um bei Gesprächen zumindest ein paar Wortmeldungen zu landen. Zum Beispiel interessiere ich mich null für Fußball. Schon als Opa damals das grüne Fernsehbild verfolgte, auf dem man den Ball suchen musste, blieb ich höchstens dabei, weil ich Zeit vor dem Zubettgehen schinden wollte. Wirklich, ich bin super informiert, wer gegen wen spielt, wie zahlreiche Spiele ausgehen, wo es Überraschungen gegeben hat, wer absteigt und welche Wechsel anstehen. (Nur wie viel jemand durch Fußballspielen verdient, will mir nicht im Kopf bleiben.) Und dabei lese ich wirklich nicht mehr, als die Zeit-/Spiegel-Startseiteninfos.

Aber dann dachte ich mir, ich nehme mir jetzt einfach mal die Zeit und lese bei Spiegel.de aus der dritten Kategorie den zehnten Artikel. Die Kategorie war Wirtschaft, was mich ähnlich wie Sport kaum hinterm Ofen hervorlockt, und der zehnte Artikel war die Kontoverse zwischen Puma und Adidas um das Design irgendeines Schuhs. Wirtschaft, Design und Sport, damit hatte ich einen persönlichen Anti-Volltreffer gelandet.

Der Artikel konnte nur ein erster Schritt sein, aber meine oberflächlichen Nachforschungen führen dazu, dass ich jetzt Adidas-Gegner bin, wenn ich konsequent wäre. Dass Puma und Adidas von rivalisierenden Brüdern gegründet worden sind, wusste ich (mal), dass sie nicht mehr in Familienbesitz sind, ahnte ich. Dass aber die Korruption im Sport unter anderem (oder laut einigen Aussagen hauptsächlich) auf Horst Dassler, Sohn des Adidas-Gründers, zurückgeht, dass Adidas in Deutschland illegale Wagenrennen eine Zeitlang unterstützte und mindestens eine Party in Hakenkreuz-Deko feierte, ganz zu schweigen von den armen Leuten, durch die sie (und ja, alle anderen) ihre Sachen produzieren lassen und die sie teils mit Essensgutscheinen abspeisen, war mir neu. Da lob ich mir doch fast, dass Puma in den letzten Jahren vor allem wegen seiner Trikots (schlechte Verarbeitung und eventuell unerlaubte Nutzung von Einteilern bei der Kameruner Fußballmannschaft) Kritik einstecken musste. Für die Einteiler haben sie sich wenigstens noch mit der FIFA angelegt. Einem Verein, über den ich im übrigen gar nicht mehr wissen will, als ich weiß. Denn durch den habe ich nun gar keinen Respekt mehr vor professionellem Fußball – und Opa müsste alleine schauen.

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