m/w – Der Ungebundene XII

Er drehte sich auf den Rücken und cremte sich umständlich seinen Bauch ein, dann richtete er sich etwas mehr auf, um auch seinen Beinen Schutz geben zu können: „Eincremen ist schon irgendwie unmännlich.“ – „Als Frau für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, ist schon irgendwie unweiblich“, erwiderte Isa prompt und rührte nicht einen Finger, um seine Cremearbeit zu übernehmen. – „Wenn du nicht das letzte Wort hast…“ – „… dann bin ich nicht glücklich. Aber das bist du ja schon von mir gewöhnt.“

Ja, war er. Und es wäre nicht Isa, wenn sie nicht immer noch etwas zu sagen hätte. Mit Worten konnte er sie selten schlagen, aber beim Beachball spielte er sie später in Grund und Boden. Und unter Wasser tauchte er sie ebenfalls mehr als einmal. Als sie prustend an die Wasseroberfläche kam, sagte er: „Du bist echt ne richtige Frau.“ – „Warum?“ fragte sie und schlug mit der Hand Wasser in sein Gesicht. – „Wegen solcher Sachen.“

Schwupps, plätscherte auch noch ein Schwall aus ihrem Mund gegen seine Brust. – „Und ein Kind bist du auch“, stellte er fest. Dann packte er sie um die Taille und zog sie erneut mit sich unter Wasser. Da sie diesmal ihr vehementes Strampeln aufgegeben hatte, blieb ihr Körper gegen seinen gepresst, und sie trug den Sieg davon. Denn als sie sich von ihm löste und meinte „Ich geh raus“,  musste er sie ziehen lassen, um seinen Drang, sie gleich hier im Wasser zu nehmen, wieder unter Kontrolle zu bekommen. Und er wusste, dass sie es wusste, zumal sie sagte: “Du bist echt ein richtiger Mann…”

Am liebsten würde er laut seufzen, ächzen, brüllen … Wieso hatte er keine Kontrolle über sich, wenn sie bei ihm war? Sobald sie wenig bekleidet war, wollte er sie. In Discos und auf Feten ging’s, da war ihr Kontakt ja auch nicht so intensiv, aber hier?! Er kam sich vor wie ein Tier, so vom Instinkt getrieben. Verschlimmert wurde die ganze Sache noch dadurch, dass, egal wie läppisch sie rüberkam, er genau wusste, dass es ihr ähnlich ging. Sie hatten schon zu häufig darüber gesprochen. Und irgendwann hatte sie gesagt, dass sie sich – auch wenn er angezogen war – zu ihm hingezogen fühlte, und dass er sie nur mit dem kleinen Finger berühren musste, um ihr einen Hitzeschauer über den Rücken zu jagen. Ja, einmal hatte sie sogar befunden, dass ihr Körper offensichtlich der Meinung war, dass er ihr Kinder geben solle, denn anders könne sie sich seine Anziehung auf sie nicht erklären. Ziemlich instinktiv und tierisch also auch bei ihr.

Keine gute Idee, heute gemeinsam in einem Bett zu schlafen, aber verzichten wollte er auch nicht: Es war ein Spiel mit der Erwartung, der Hoffnung, und ein Spiel mit Hitze. Wenn er neben ihr liegen würde, später, wenn er nur Schemen erkennen konnte, und doch genau wusste, wer neben ihm lag, dann … dann hatte er Hitzewallungen wie sie. Eigentlich war die Erwartung fast noch das beste. Deswegen würde er die Erfüllung herauszögern, um … Nein, die Erwartung war toll, das Kribbeln war gut, aber wenn sie sich dann in seine Arme ziehen ließ und aus Erwartung Realität geworden war, um das Kribbeln zu stoppen, dann fing das richtig, richtig Gute erst an.

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5 Kommentare zu „m/w – Der Ungebundene XII

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