Kinderwünsche

Aber du bist eigentlich zu schwer für mich, sagt die Mutter im Jammerton und nimmt ihren im Sommer schulreifen Jungen trotzdem ächzend hoch. Denn müsste er bis zum hundert Meter entfernt stehenden Auto nach einem anstrengenden Kindergartentag gehen, wäre das zu viel verlangt.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diese Situation einfach so stehen lassen oder noch kommentieren soll. Mich hat sie offenbar gestört, denn in meinem Kopf erschien mir die Mutter zu weich und nachlässig. Eventuell gerade darum, weil ich von einer Teilkonferenz kam, bei der der Junge, zehn Jahre älter als der Obengenannte, so gar nicht erzogen war, keinen Respekt hatte und seine anwesende Mutter verzweifelte.

Innerlich verband sich das eine mit dem anderen Erlebnis und ich wünschte mir, dass Eltern klarere Grenzen setzen würde. Das heißt nicht, dass man nicht mal nachgeben kann, dass man nicht auch auf die Wünsche der Kinder eingehen sollte, aber nehmt ihr ihnen nicht zu viel zu schnell ab? Oder soll man bei Kleinigkeiten einknicken, um auf den schwerwiegenderen Dinge beharren zu können? Aber tut ihr das dann?!

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3 Kommentare zu „Kinderwünsche

  1. Das sind mit die schwierigsten Fragen, die sich auch mir als Vater (mein Sohn ist 15 1/2) wieder und wieder stellen – zumal ich seit knapp zwei Jahren sehr viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun habe, die allerlei Auffälligkeiten aufweisen bzw. in dieser oder jener Weise problematisch sind (mit einem sehr differenzierten Ursachenspektrum, das sich jeweils dahinter verbirgt).

    Was ist /war richtig, was falsch? Was war übezogen/angemessen/zu nonchalant. – Ich handele viel aus dem Bauch heraus, aus dem, was ich glaube, das es mich die (eigene) Erfahrung gelehrt hat. Und mein Werteverständnis spielt eine große Rolle … Aber ich mache Fehler, viele sogar. Merke ich immer erst zu spät.

    Herrje, ich war und bin zum ersten Male Vater. Und werde es auch bleiben … *seufz*

    Liebe Grüße an Dich, Stefanie!

    1. Man kann eben nie wissen, wie es besser gelaufen wäre, weil man immer nur die eine Chance hat, etwas gut zu machen. Fehler machen wir dabei also alle. Wer kann schon von sich behaupten, alles beim ersten und einzigen Anlauf gut zu können/zu machen?!

      Aber manche Dinge empfinde ich doch als deutlich zu lasch … Wie eben in meinem Beispiel.

      Lieber Gruß

  2. Auch Zumutungen ertragen und aushalten können will gelernt sein. Anstatt Anstrengungen zu vermeiden, sich ihnen stellen und die befriedigende Erfahrung machen, dass es sich gelohnt (ideell und/oder materiell) hat. Das müssen wir von unseren Kindern fordern. Und als Eltern müssen wir dabei lernen, die Grenzen unserer Kinder zu erkennen und die Kinder nicht übermäig zu überfordern.

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