Für die Goldene Regel

Ich war nicht Charlie, fühlte kein großes Erschrecken nach Paris oder Berlin und klagte nicht um den Libanon, den Irak, die Türkei oder all die anderen Anschlagsorte … Aber meine Augen sind feucht und mein Gefühl ist Wut bei Bildern aus dem Jemen und nach dem Anschlag von Manchester. Weil es hier vor allem die Kinder und Jugendlichen sind, deren Sicherheiten zerstört werden.

Sie können am wenigsten für das, was ihre Welten nun zerschlägt, haben keinen Einfluss auf das, was Erwachsene entscheiden, keine Mitbestimmung über die, die herrschen, keine Wahl, was ihre Religion angeht. Sie sind einfach nur. Aber man lässt sie nicht sein. Man lässt sie hungern, lässt sie verzweifeln, lässt sie sterben, um Machtgelüste zu befriedigen, um … für Hirngespinste zu kämpfen. Weltenbrand im Namen von irgendwelchen Irren, die meinen, die Formel für ihre Glückseligkeit zu kennen. Und wenn sie dafür über Leichen gehen müssen – na denn … War schon immer so, kann man schulterzuckend sagen. Wenn es nicht die Religion ist, ist es was anderes, sind es die Tyrannen, die Diktatoren, die ach-so-gut-meinenden Emporkömmlinge, denen es blendend geht, während ihr Volk leidet.

Wie viel wichtiger heute war meine Geschichte von gestern über den Jungen, der vor dem IS floh, und dem Popmusik hörenden Mädchen, das sich in ihn verschossen hat. Und all die Geschichten davon, dass wir Kindern und Jugendlichen hier die Möglichkeit eröffnen, trotz allem, was sie erlebt haben und was sie nachts quält, einen Teil ihrer normalen Jugend, nämlich die erste Liebe, die ersten Eifersüchteleien, Freundschaften, Fußball, Probleme und Erfolge in der Schule, Popmusik … und ja, trotz allem ein Gefühl von Sicherheit und Frieden zurückzugeben.

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2 Kommentare zu „Für die Goldene Regel

  1. Es geschieht immer einmal wieder, dass ich Dir einfach ein ganz aufrichtiges „Danke“ für Deine Art und Weise Dinge zu sehen und das hier niederzuschreiben, hierlassen möchte.

    Zum Beispiel hier und heute und jetzt, nachdem ich Deinen Eintrag gelesen habe.

    Danke also, liebe Stefanie, und ganz freundliche Grüße an Dich!

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