Auf der Suche …

Doch, es liegt an dir. Also auch. Nicht nur. Aber eben auch. Weil du so offensichtlich bist. Weil du nicht warten kannst. Weil die Verzweiflung dir manches Mal ins Gesicht geschrieben steht. Du willst zu sehr, du willst zu viel, du willst zu oft.

Männer fürs Leben trifft man nicht wöchentlich. Männer für Beziehungen auch nicht. Man trifft halt Männer. Und es kann so viel dazwischen kommen. Und wenn du ihn selbst nicht so wirklich, nicht 100prozentig willst, wie kannst du dann von dem Mann erwarten, dass er will? Und irgendwie erwartest du es dennoch.

Da wäre der Typ mit dem Hut gewesen. Der war zu jung. Der Typ mit dem Bart. Der war zu schnell zu willig. Der HipHopper. Der war zu cool. Der Gerade-aus-der-Beziehung-Gekommene. Der war zu frisch. Der Frauenaufreißer. Der war eh nicht auf Zweisamkeit gepolt.  Da wäre … Der eine oder der andere, und im Rückblick waren alle vor allem eins: Nicht passend. Und nüchtern und mit dem Abstand von fünf Jahren betrachtet, weißt du das auch.

Trotzdem hast du dich an jeden Strohhalm geklammert, weil du meintest, du müsstest, weil du eben doch nicht so selbstständig und selbstsicher bist, wie du glaubtest, sondern verzweifelt wurdest. Immer ein bisschen mehr. Die verzweifelte Frau, die ihren 30. gerade hinter sich hat, und die endlich einen Typen braucht, über den sie sich ein bisschen mehr definieren kann, muss, will. Weil. Warum eigentlich?!

Und gerade dieses unterschwellig immer Mitschwingende, dieses Aber-der-könnte-es-sein-auch-wenn-ich-ihn-vor-fünf-Jahren-noch-nicht-mit-dem-Hintern-angesehen-hätte, das könnte den Ausschlag geben, dass die Männer nun vor dir Reißaus nehmen. Wieso wartest du nicht ein bisschen? Wieso willst du nicht einfach mal nicht so viel auf einmal? Wieso lässt du diese ernsten, diese Beziehungsgespräche nach zwei, drei Wochen des Kennens nicht einfach sein? Lass ihnen Luft, den Männern. Lass sie dir selbst.

Will er dich, wird er es zeigen.

Ich würde dir gerne helfen. Wirklich, ich würde dir gerne einen daherschicken. Aber wenn es der für Immer sein soll, ist es vermutlich nicht der in der nächsten Woche. Andererseits: Vielleicht doch. Nur werdet ihr das in der nächsten Woche noch nicht wissen. Und gewiss nicht diskutieren. Sondern euch einfach genießen.

Und fünf Jahre später tut ihr das noch immer.

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9 Kommentare zu „Auf der Suche …

  1. Oh man. That hit home hard.

    In meinem Fall: weil Mensch manchmal so ist und eben nicht anders kann. Weil diese Vorsicht ankotzt und und und. Weil Gründe. Aber oft falsche. Schwer zu lösen und noch schwerer es zu sehen.

    1. Bist du eher der dargestellte Mann, der nicht will und passt, oder einfach nur der Teil eines Eventualpaares, der dem anderen hinterherläuft und mehr will?

      1. Der Mensch der nicht gelassen wirkt. Der es zwar ist aber das darunter transportiert. Der zu schnell ist und und.

        Ich bin der der auch schuld ist. Nicht immer mit hinterherlaufen, aber dich mit mehr Erwartungen und „zu schnell bereit“.

  2. Naja – wenn es passt, passt’s, gel? Da kann man einfach nicht Nein sagen.
    Wenn man Jein sagen kann und drüber nachdenken, dann ist es Es nicht oder noch nicht…
    Liebe macht trunken. Und süchtig. Wein, Rauschgift und Machtlosigkeit. Ohnmacht aber nie – sondern verrückter Tatdrang.
    🙂

      1. Sorry ich wollte mit „überraschend“ Dich nicht – also „kränken“ ist auch nicht das passende Wort, aber mir fällt gerade das richtige nicht ein –
        Sondern ich meine damit, dass ich i.d.R. schnell „satt“ werde. Selten geniesse ich die selbe Kunstwirkung immer und immer und immer wieder, ohne dass sie mich nicht irgendwann – „langweilt“ ist auch nicht der passende Begriff –
        Aber ohne dass ich nicht irgendwann das Gefühl habe, es schon zu „kennen“, auszukennen.

      2. Nein, nein, so hatte ich es auch nicht aufgefasst, eher augenzwinkernd. Aber du hattest ja auch eine lange Pause, da kommt man dann vielleicht auch ganz gerne noch mal zurück und liest bekannt Klingendes. Immerhin warst du einer meiner ersten Leser. Und dafür ein dickes Danke ☺

      3. Der Genuss ist ganz meinerseits 🙃
        Die „Lange Pause – bekannt Klingendes“ Analogie stimmt nicht ganz, liest sich aber gut an 🙂
        Ciao und bis bald wieder…

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