Aus der Zeit

Teils wie eine Zeitreise. Teils nur Teilzeit. Einerseits der morbide Charme, andererseits die reale Armut der Menschen. Wunderschöne Autos, ungewohnt beißender Abgasgestank. Heldenverehrung an jeder Ecke, Folgen von Sozialismus. Pauschalurlaub unter Palmen, Eindringlinge in ein fremdes Reich.

Es waren Gegensätze, die den Kuba-Urlaub bestimmten. Eine Parallelgesellschaft, in der wir dort lebten, nicht nur weil der erster Schritt der war, unser Geld in das parallel zirkulierende Touristengeld umzutauschen. Natürlich ist es gerade dieser Gegensatz zu unserem heutigen Leben, der die Touristen Kuba aus anderen Karibischen Zielen herauswählen lässt. Wir wollen bröckelnde Häuser sehen und abgashaltige Luft riechen. Wir wollen den angeblich funktionierenden Sozialismus sehen, bei dem die Lebenserwartung so besonders hoch ist. Aber glückliche Alte? Sah ich auf Havannas Straßen nicht. Die Furchen in ihren Gesichtern waren tief, die Körper gebeugt und oft fast ausgemergelt, die Muskeln immer gespannt unter der ledrigen Haut.

Und auch das ist ein Gegensatz. Es war ein toller Urlaub. Trotz all dem Negativen, das ich gerade formuliere. Es macht mich nur vielleicht so wütend, obwohl es so wenig überraschend ist, dass ich gerade las, wie Fidel sich und die Revolution und sein Volk verriet – da auf seiner Luxusinsel und den Villen … Und weil er nämlich eben nicht funktioniert, ao lange Menschen Menschen bleiben. Der Sozialismus.

Bilder auf meinem Bilderblog: Another Time

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