Morgenspiele

Warm und kuschelig. Darum musste die gute Tat am Tag, ihr ehrenamtliches Engagement, warten. Egoistisch rollte sie sich stattdessen zu ihm hin und das, was einst so zögerlich begonnen hatte, ließ sie nun zusammenkrachen, ließ Zungen spielen, Hände über Kurven fahren, Körper aneinander reiben. Mit anderen hatte sie solche Morgenspiele wegen des Unfrischegefühls abgelehnt, aber ihm gab sie alles. Alles, was sie ihm schon bis halb drei nachts gegeben hatte, alles, was sie sich die letzten Monate versagt hatten.

Er war ihr fast schon zu zärtlich, weil es diese Gesten gab, die sie nie verstehen würde, die sie an mehr als an Nur-Sex denken ließen. Aber weil er es so wollte, war es nur Sex. Und Freundschaft, natürlich, die auch. Und wegen der hätte er eigentlich am Abend zuvor die Finger von ihr lassen müssen. Was er nicht konnte, was sie froh machte. Und traurig zugleich.

Sie wollte den Mann, der er im Bett war und der sich so sehr von dem  zögerlichen, unzufriedenen Frauenjäger unterschied, den er über Tag und vor allem jedes Wochenende in jeder Disco gab. Er könnte ein toller Mann sein, einer, mit dem sie zusammen sein wollen würde, aber dafür müsste er erwachsen werden. Und ja, er müsste sie wollen und nicht nur begehren. Das wäre die andere Sache.

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