Scheinbilder (Charaktere)

Und dann fühle ich mich wirklich angegriffen. Ich meine, wieso denken alle Menschen, sie könnten ihren Senf zu meinem Leben abgeben? Erst meine Mutter, dann sämtliche aus meiner ehemaligen Stufe. Immer, wenn die irgendein Gerücht gehört haben, musste ich Rede und Antwort stehen, damit nur ja jeder weiß, wie viel Wahrheit und wie viel üble oder halbüble Nachrede ist. Wieso war es wichtig? Selbst wenn das Übelste wahr gewesen wäre, selbst dann wären es doch immer noch meine Entscheidungen gewesen … Oder etwa nicht? Ja und, dann hab ich halt ein bisschen viel geknutscht. Und? Herpes hab ich erst von meinem ersten festen Freund bekommen. Ironie, oder?

Aber egal. So hat es sich fortgeführt mit den Meinungen über mich und mein Leben. Lehre, Studium, Bekanntschaften im Urlaub, Leute übers Internet. Wenn ich nur ein bisschen von mir erzähle, meinen alle, mich zu kennen, sich in mir zu erkennen. Warum? Als wäre ich nicht einzigartiger als das. Natürlich will ich Rückmeldungen, am besten von denen, die ähnlich fühlen. Aber mir zu suggerieren, dass man mich kenne … Schwachsinn … Keiner weiß doch, wie ich wirklich bin. Keiner. Nicht mal ich selbst.

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4 Kommentare zu „Scheinbilder (Charaktere)

  1. Wenn man seine Zeit zumüllt mit Gedanken und abwertendes Gerede über andere, muss man nicht mehr über sich selbst nachdenken. Rückmeldungen – auch kritische – sind wichtig für die eigene Entwicklung, jedoch ohne Wertung und Ranking. Das haben viele verlernt.

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