Nicht mehr

Diese Kaschemme und dein gelbes, krankes Gesicht in ihr. Und wir spielen das Spiel, dass wir um die Anwesenheit des anderen wissen, ihn aber ignorieren. Oder vielleicht spiele nur ich es, weil du tatsächlich schon zu ab von der Welt bist, um deine Umgebung zu dechiffrieren.

Neben dir sitzt ein Freund. Erst war es deiner, dann war es meiner, dann war es keiner. Aber würde man dich fragen, würdest du ihn immer noch damit bezeichnen. Und darum gehe ich zu ihm und geöffneten Auges küsse ich ihn zu lange auf den Mund. Doch deine Miene bleibt leer. Weil du mich verstanden hast oder es dir egal ist oder beides.

Deine Welt ist eine andere geworden. Aber als ich neben dich auf die Bank husche und dein kaputtes Gesicht sich mir zuwendet und du mich ansiehst, ist die Nähe all der Jahre damals sofort wieder zwischen uns. Unsere Körper erkennen einander und dein müder Blick zeigt mir dich. Und dass du verloren hast – und es weißt. Eine tiefe Gleichgültigkeit gegenüber deinem Leben liegt in deinen Augen.

Wir reden und reden doch nicht. Und alles, was wir uns einmal zu sagen hatten, werden wir nicht aussprechen. Weil es nicht mehr wichtig ist.

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