Wer für Könige arbeitet

Sie saß am Tisch und hörte zu. Es war nett, wirklich, aber anstrengend, denn sie fühlte sich umworben. Nicht auf sexuelle Art, das nicht, doch wenn Gesprächspartner schon in den ersten fünf Minuten fallen lassen, dass sie für Könige gearbeitet haben, glauben sie entweder sich in das richtige Licht rücken zu müssen oder sind Dauerangeber. Wie letzteres wirkte er nicht.

Er habe schon mit 15 gewusst, was er werden und dass er damit viel Geld verdienen würde. Und das verdiente er. Viel Geld. Klar, da gehe immer noch mehr. Mehr Geld. Mehr Macht. An ein Unternehmen sei er nicht gebunden: Sobald ein anderes des Weges käme und mit einem größeren Gehaltscheck winke, würde er wechseln. Zudem: Luxus sei er mittlerweile gewöhnt, das wisse er. Und wenn er für etwas bezahle, dann erwarte er, dass er es auch genauso bekomme.

Sie nickte und sagte, dass sie verstand. Doch sie erklärte auch, dass er arrogant klingt. Und dass es sie nicht glücklich machen würde, ein solches Leben wie seins zu führen. Dieses Niezufriedengeben, diese losen Bindungen, diesen Stress, die Jagd nach Geld. Sie habe nicht viel, sie brauche nicht viel und sie fühle sich verantwortlich für die Menschen, mit denen sie arbeitet. Und es geht ihr gut damit.

Wie es ihm denn gehe? Ach, gut. Er will es ja so, wie es jetzt ist. Das macht ihn glücklich. Aber wenn er sich eins wünscht, dann ein Jahr lang mal nicht im Krankenhaus zu landen.

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