Kindergespräche

Wir sitzen da und reden – und nur eine ist nüchtern. Darum fällt es der anderen leichter sich zu öffnen. Sie redet von dem Baby, das sie gerne bekommen möchte, und wundert sich laut, warum meins noch nicht geboren ist. Vielleicht, weil es ein Himmelskind bleiben wird – irgendwo schwebend in Waswäregewesen, aber nie erdgeboren.

Und während sie mir sagt, dass sie bereit ist, dass Mitte 20 ein gutes Alter dafür ist, und ich ihr zustimme, denn biologisch gesehen ist es das, ahne ich, dass sie keins bekommen sollte. Nicht, wenn ihr Mann über das Ungeborene sagt, je nach Gesundheitsstand des Kindes käme er nicht mit ihm zurecht, würde er sie gar alleine lassen mit dem Kind. Das ist ehrlich. Und unreif. Und feige. Und davon, dass sich diese Gedanken mit dem eigenen Baby ändern werden, will er nichts wissen.

Also rate ich ihr, während er zuhört, dass diese grundlegende Sache geklärt sein sollte, dass er nicht der Mann für sie sein kann, wenn er diese Meinung beibehält. Denn ich denke an unseren Opa. Daran, wie er reagiert hätte, hätte eines seiner Kinder eine Spastik gehabt. Er hätte bei seiner Frau gestanden. Immer. Weil er ihr einmal ein Versprechen gegeben hat und ja, weil es seine Verpflichtung war. Und in meinen verklärt-romantischen Augen ist das, wie ein Mann sein sollte.

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Veröffentlicht in Leben

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