Der Helfer

„Und wenn ich groß bin, werde ich ein Engel“, sagte das kleine Mädchen mit fester Stimme. Und erntete erschrockene Blicke der Erwachsenen. Ist das Konzept eines Engels nicht eigentlich, dass er nicht auf dieser Welt lebt, dass er herabkommt vom Himmel, um Menschen in Not zu helfen? Würde das nicht eventuell den Tod der Kleinen voraussetzen?

„Wie meinst du das?“, erkundigte sich die Mutter vorsichtig, „Du bist doch schon unser Engel.“

„Nein, bin ich nicht. Ich habe keine Flügel und darum kann ich nicht zu Menschen hinfliegen und ihnen helfen. Wenn sie zum Beispiel kein Essen haben. Oder keine Medizin. Wenn sie keinen haben, der mit ihnen kuschelt. Wenn sie alleine sind, weil niemand sie lieb hat.“

„Nicht jeder Engel braucht Flügel. Es gibt viele Menschen, die helfen anderen, mit Essen und Medizin und Kuscheln und Liebe. Eigentlich ist es ganz leicht, ein Engel zu sein.“

„Und Mama, wieso bist du dann keiner?“

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6 Kommentare zu „Der Helfer

  1. Wäre ich die Mama, diese letzte Frage hätte mir eine Gänsehaut verursacht.
    Und sie tut es sogar ohne Mamadiesesengelssein.
    Warum bin ich keiner? Eine Frage, die man sich hin und wieder stellen sollte.

    In einer Kapelle hier in der Nähe hängt neben der Türe die Frage: Wem kann ich heute ein Engel sein?

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen heute frohes Engelwerken.

    1. Nicht jeder muss ja jeden Tag ein Engel sein. Vielleicht finden sich doch nicht jeden Tag „Hilfsmöglichkeiten“, aber generell ist da doch so viel mehr möglich.

      Einen schönen Sonntag wünsch ich dir.

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