Abends

Ein Spiel. Immer schon gewesen. Wird es immer sein. Blicke flittern hin und her, aneinander vorbei, durch den Raum, um sich zufällig zu treffen, schnell auszuweichen oder für eine halbe Lächellänge zu verweilen. Keiner will sich die Blöße geben, solange das Verhalten des Gegenübers nicht eindeutig ist. Es ist ein Lauern auf die erste Chance zum ersten Schritt. Wie er aussehen mag? Nicht planbar. Nicht durch Sprüche hervorzukitzeln. Irgendwann wird es sich ergeben. Irgendein Moment wird der passende sein.

Es dauert. Ihm zulange. Darum sehen seine Augen länger in ihre Richtung, versuchen ihren Blick zu fangen und zu halten, doch erst als der Kellner volle Gläser anbietet, wischen ihre Augen zu seinen herüber, verzieht sich ihr Mund zu einem zögernden Lächeln. Zwei Bier, bestellt er, oder drei?, fragt er dann, sie immer noch nicht loslassend. Drei klingen gut; vier aber noch besser, erwidert sie und deutet auf ihre Freundin.

Ich kann nicht entscheiden, ob du besonders gut oder besonders schlecht im Flirten bist, meint er, nachdem die Bier vor ihnen stehen. Schlecht, sagt sie, aber du kannst es ja zum Glück. Und dann lächelt sie ein Lächeln, das ihre Aussage Lügen straft.

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