Arm reich

Du klischeesierst die Welt, sagt er und meint damit, dass sie es sich zu einfach macht, weil Menschen aus mehr Schichten als aus der Klischeehaut bestehen.

Doch dann war da diese Tochter aus reichem Hause, die alles in die Wiege gelegt und mit 18 eine Brustvergrößerung bekam. Die ihrer besten Freundin den Mann wegschnappte, weil sie ja bisher auch immer alles bekommen hatte. Die einen Typen wählte, der den Kragen hoch und die Haare gelackt trug, und die nach einem sehr mittelmäßigen Studium in Papas Firma eingestiegen war. Und die nun in einem Haus lebte, dessen Elektrik sie nicht bedienen konnte und für die Party ihres Sechsjährigen endlich etwas selbst machen wollte. Keinen Kuchen, das konnte sie nicht, kein Eis, das konnte sie nicht, keine Süßigkeiten, das konnte sie nicht. Aber Pommes. Die würde sie können. Und so machte sie sie freudestrahlend. Bis die Hilfe ihr sagte, wenn sie ehrlich sei, seien die nicht besonders gut geworden.

Und die Hilfe hatte Mitleid mit der Frau, half ihr bei den Pommes und bei allem anderen, damit es ein gutes Fest wurde, und erzählte Zuhause vom armen reichen Mädchen.

Denn Klischees kann es nur geben, wenn es Menschen wie diese gibt.

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