Kumpelliebe?

Paris. Stadt der Liebe … und so weiter. Liebe. Das war vorbei für sie. Vermutlich für immer. Liebe. Sie liebte jedenfalls ganz sicher nicht ihren Freund, der mit ihr in Paris war. Und vielleicht hatte sie ihn auch nie geliebt: Vielleicht hatten sie sich selbst im Weg gestanden, vielleicht war es auch ihre Liebe zu jemand anderem, die sie blockiert hatte.

Nun waren sie hier, es war Silvester, die Stadt war diesig und dennoch wunderschön, und jeder Kuss, den Sanne tauschen musste, erschien ihr wie die Vergewaltigung ihres Mundes. Doch sie wahrte den Schein, um nicht auch noch dem befreundeten Pärchen den Silvesterabend zu vermiesen.

Irgendwann hatten sie schlendernd den Notre Dame erreicht und ihr Freund griff sich die Kamera und positionierte sie und das Pärchen vor der erleuchteten Fassade. Ihr Kumpel Alex hielt links sie und rechts seine Freundin im Arm, und während sie sich noch hin- und herschieben lassen mussten, lag Alex‘ Hand auf ihrer Taille und mit einem Mal kribbelte es an ihrer Hüfte, zog sich dann über die Magengegend Richtung Herz und breitete sich in einer warmen Welle im Brustkorb aus.

Bitte?! Bei Alex?! Der war doch schon seit sechs Jahren mit seiner Freundin zusammen! Sie gehörten zu einer Clique! Und attraktiv hatte sie ihn niemals auch nur ein kleines bisschen gefunden! Irgendwas lief hier verdammt komisch.

Und als Sanne sich in der gleichen Nacht noch so mit ihrem Freund verkrachte, dass sie auf der Rückfahrt kaum miteinander sprachen, und auch Alex‘ mit seiner Freundin Stress bekam, konnte sie nicht umhin an das Kribbeln zu denken. Und sich zu wundern.

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