Dunkel

Es ist dunkel und du möchtest nach etwas fassen. Vorsichtig strecken sich erst deine Finger, dann deine Hand aus und du greifst in die Leere um dich herum. Ein Zittern fährt dir über den Rücken, lässt dich zusammenzucken, als hättest du Angst vor dir selbst, deine Hand schnellt wieder zurück. Du ringst mit dir, mit deinem Wissen darum, dass nichts um dich ist außer der Dunkelheit, dass du vortreten und mehrere Schritte tun kannst, ehe das erste Hindernis käme. Aber deine Kehle wird enger und drückt auf deine Luftröhre und du schnappst einmal, zweimal, bis du dich zwingst, tief einzuatmen, um wieder Sauerstoff dahin zu bringen, wo ohne ihn das Dunkle zur Schwärze übergegangen wäre.

Du musst die Angst besiegen, die unaufhörlich die Überhand gewinnen kann, musst sie einkesseln in dir mit irgendetwas Gutem, dem Glauben an dich und deinen Verstand. Aber Wissen ist etwas so ganz anderes als Fühlen, weil letzteres eingegraben ist in den Tiefen des Bewusstseins und es in Schatten Figuren zu erkennen vermag, die es dem Verstand als wahrhaftig eingibt. Es ist alles in deinem Kopf. Alles. Und das macht es so bedrohlich.

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