Nebeneinander

Ein bisschen ist York wie die Heimat. Vielleicht möchte ich deswegen dort zwei Nächte bleiben, kaum haben wir den Abendspaziergang beendet. Den wir nicht Hand in Hand gingen, weil Nottingham auch nie gewesen sein könnte.

Es ist einfacher so. Natürlich ist es das und ich weiß es ja selbst. Aber man kann die Zeit nicht zurückdrehen, man kann nicht tun, als wären gewisse Dinge nicht geschehen. Sie bleiben da. Irgendwo im Hinterstübchen des Hirn oder Herzen haben sie sich eingenistet. Und dort verwurzelt sich entweder die Liebe oder die Enttäuschung. Beides lässt die Kehle manchmal wie zugedrückt erscheinen.

Wir haben darüber gesprochen, über diese Nacht in Robin Hoods Stadt und haben beschlossen, erst einmal zu bleiben, was wir waren: Zueinander hingezogen, ohne pärchenhaft zu werden.

Doch während wir durch York schlendern, fühle ich mich in meiner Weiblichkeit zurückgewiesen. Wieso bemerke nur ich den Tanz, den die Möwen für uns aufführen, als ich eigentlich bloß ein Foto von den venezianisch anmutenden Häusern am Fluss machen möchte? Wieso kann er sich von mir emotional distanzieren, aber mich dennoch gern haben und mit mir herumreisen?

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24 Kommentare zu „Nebeneinander

  1. In York und Nottingham war ich auch schon einmal – schön dort…

    und manche Dinge können nicht zurückgedreht werden, ja…und die letzte Frage…Gefühle sind selten rational…

    1. Da hast du Recht. Dass es schön ist, dass man Sachen nicht immer zurückdrehen kann und Gefühle nicht sonderlich rational sind. Sonst wäre es ja Verstand. 😉

  2. Männer sind anders, manche Männer sind gefühllos, manche Männer verletzen, ohne das es ihnen bewusst ist. Sie merken es nicht.

    1. Manche Männer meinen was sie sagen und halten sich – aus Respekt vor den Gefühlen des Gegenübers – an die abgemachten Dinge.
      Manche Frauen wussten nicht was sie wollen. Manche Frauen betrügen sich emotional selbst.

      Wollen wir weitermachen mit schlechten Klischees und einfachen Schuldzuweisungen? Fand ich aber schade, da Menschen jedweden Geschlechts unterschiedlich sind.

      1. Ich habe niemanden namentlich genannt und nicht beschuldigt. Es ist meine Erfahrung, die ich gemacht habe nicht mehr und nicht weniger

      2. Na ja, sie sagte ja (wie du aufgreifst) „manche“. Auf diese werden die Klischees halt zutreffen. (Oder meintest du mit den schlechten Klischees den Alex in meiner Geschichte? Wie der genau ist und sein wird, weiß ich im übrigen noch gar nicht. Der entwickelt sich irgendwie selbst …)

  3. Hmm, York kenne ich auch. Schön, wirklich.
    Die Story. Diese Distanz ist nicht nur eine Männerdisziplin.
    Darüber sprechen hilft. „Was ist los?“ „Wieso bist Du distanziert?“
    @Smilla: Männer sind anders, Frauen auch 😉

    LG
    Thomas

    1. Hi Thomas,
      ich glaub, die beiden in der Geschichte werde ich erst einmal nicht weiter darüber sprechen lassen. Denn Hauptpunkt der Geschichte soll ja eigentlich die Reise sein. Nur: Dieser Alex kommt mir immer wieder beim Schreiben dazwischen …
      Lieber Gruß!

      1. Also ein Roman wohl nicht. Eher ein Reisebericht mit Originalfotos von mir und meinen Reisen, aber Erlebtem aus meiner Fantasie …

      2. Wenn ich gewusst hätte dass es Fantasie ist hätte ich nicht kommentiert. Wäre mir lieb meine Kommentare nicht mehr zu beachten. Ich habe eben im ersten Kommentar mein Gefühl geschrieben und mein Erlebtes. War falsch , Entschuldigung für mein einmischen

      3. Warum? Der Fantasie-Alex ist ja aus Erfahrungen entstanden und hat dich an eigene erinnert. Sehe darum an den Kommentaren nichts Schlimmes…

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