Der Eine im Konjunktiv

Nur mit einem würde sie ihrem Freund fremdgehen, sagte sie. Zumindest nur mit einem, den sie so deutlich benennen könne. Da gäbe es diesen jungenhaften Mann, der so anders sei, so anders wirke. Seit sieben Jahren kenne sie ihn. Sieben Jahre – vom Sehen. In Discos war er ihr zuerst aufgefallen. Dann in ihrem Viertel. Dann auf dem Weg zum Sport, weil sie immer da vorbei musste, wo er kellnerte. Alle paar Wochen, alle paar Monate aber mindestens trafen ihre Wege sich. So häufig, wie sie sonst niemanden zufällig sah. Und irgendwie habe das eine Bedeutung in ihrem Kopf.

Nicht ein Wort haben sie miteinander gewechselt. Wenn sie ihn tanzen sah, so ausgiebig, so allumfassend, so publikumswirksam, ahnte sie, dass es nicht der Mann für sie sein konnte. Es wäre der Mann für das andere Sie. Für die Frau, die unter der Oberfläche schlummert, die die Leute um sich scharrt, die funkelt, die mitreißt, die … sie sein kann. Vielleicht wäre sie sie mit ihm?

Aber sie ist gerne die Frau, die sie ist. Sie mag sich selbst und ihre Beziehung. Sie weiß, dass das Fürimmer sein kann, wohingegen das andere eher FürdenMoment wäre. Wahrscheinlich. Und wegen dieses Wahrscheinlichs werde er der eine Mann bleiben, mit dem sie fremdgehen würde. Vielleicht.

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2 Kommentare zu „Der Eine im Konjunktiv

    1. Verlockend, weil ja ein Wunsch irgendwie. Wie nagend kann es für sie aber werden? Wird die Sehnsucht irgendwann zu groß? Ich denke, sie hat ein Traumbild und weiß das auch…

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