Ausbruch

In der Sekunde, in der ich die Augen aufschlage, weiß ich: Es wird sich ändern. Alles. Mein Leben. Komplett. Von unten nach oben wird es sich ändern. Warum? Weil ich es so will. Weil ich mich in den Arsch treten werde. Heute. Und nein, ich laber nicht dumm rum wie schon seit drei Jahren. Dauernd habe ich es vor mir hergeschoben, habe immer andere Ausreden gefunden, wenn doch die Wahrheit war: Die Sicherheit war zu bequem.

Aber das, was ich als Schutzzone empfunden habe, was ich zu brauchen dachte, um mein Dasein sinnvoll gestalten zu können, es ist trügerisch, falsch, an der Realität vorbei. Denn die sieht so aus: Dir kann immer überall alles passieren. Jeder kann jederzeit auf dich losgehen, seien es Menschen oder Naturgewalten. Sicherheiten sind der Kokon, in den wir uns eingewebt haben, und der kann durch Außeneinwirkungen zerstört werden oder durch mich selbst. Ja, durch mich, weil ich ihn aufbreche, mich aus ihm herausschäle, in die Welt luge, meine Flügel ausbreite und abhebe.

Warum heute? Sieh dich um! Warum heute nicht? Bevor ich mir diese ganze Scheiße hier weiter reinziehe, dabei verrückt, paranoid, depressiv oder sonst wie krank werde, haue ich doch lieber ab und wende dem Mist den Rücken zu. Kann ich das? Kann ich das? Natürlich kann ich das! Was ist das für eine Frage? All die Sicherheiten, die ich mir aufgebaut habe, die nette Karre, die hübsche Wohnung, die Spareinlagen bei der Bank, die Rentenversicherung … Selbst wenn ich nicht direkt Geld da verdienen würde, wo es mich hintreibt, selbst dann müsste ich nicht hungern oder krepieren. Und wenn doch? Wenn doch, bin ich wenigstens kein selbstzufriedenes Arschloch, kein rückgratloser Feigling gewesen.

Spürst du nicht die Flamme, das Feuer, den Drang? Bist du schon so tot? Hat dich die Gesellschaft mit all ihren Ängsten schon so eingelullt und in ihre sämtlichen Korsetts gezwängt? Viel Spaß dabei, dass andere dein Leben bestimmen. Meins bestimmt nur einer. Ich.

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9 Kommentare zu „Ausbruch

  1. Yeah! Der Text reißt mit – raus aus der Sicherheit, alles auf eine Karte! 🙂 Es ist sooo herrlich, wenn einem der Sturm des Lebens um die Nase weht und man nicht weiß, wohin es einen treiben wird 😀
    Ich wünsche Dir viel Rückenwind und Spaß 🙂

  2. Ha! Diesmal habe ich es erkannt. Also das Fiktive.

    Trotzdem netter Motivationstext. 😉

    Und – schon am Ändern oder noch im Gesellschaftskorsett?

    1. Sehr gut. Du machst Fortschritte 😉 Allerdings ist dieser Motivationstext nun schon ein bisschen weiter vorangegangen. Gerade ist sie tatsächlich aufgebrochen. (Also „tatsächlich“ in der Fiktion.)

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