C’est la vie

Klein. Die aschblonden Haare erkämpften sich bereits mehrere Zentimeter Länge gegen die rotgefärbten. Die Klamotten von einer Billigmarke und zu oft gewaschen. Der BH schneidet in die Seiten. Die Schuhe sind ausgetreten, aber Chucks. Echte. Auf dem hinteren Oberschenkel ein Tattoo. „C’est la vie.“

Sie ist zu jung für diesen gleichgültigen Spruch. Was will sie damit sagen? Wie ist ihr Leben, dass sie es so schulterzuckend annimmt? Und wird sie dieses Tattoo irgendwann bereuen? Wird sie irgendwann feststellen, dass „das“ eben nicht das Leben ist, sondern wir fähig, wenn wir willens sind, „anderes“ daraus zu machen?

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15 Kommentare zu „C’est la vie

    1. Aber sie war erst ca. 16… Sollte man da nicht voller Träume und Hoffnungen sein und nicht schon so etwas eher Gleichgültiges auf dem Körper stehen haben? Oder vielleicht sah sie es ja auch ganz anders als ich.

  1. Wenn’s auf dem hinteren Oberschenkel steht – ist es dann für sie? Oder für andere? Denen sie vielleicht sagen will: „So ist das Leben, so bin ich, nehmt mich, wie ich bin“? Es gibt so viele Möglichkeiten, diesen Spruch zu interpretieren.

    1. Aha. Siehste, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ja, vielleicht passt das als Aussage recht gut. Sie wäre also den anderen gegenüber gleichgültig.

  2. Vielleicht bekam sie diese Einstellung vorgelebt? Manche Menschen sammeln schon gewisse Erfahrungen in Kindesjahren, auf die man lieber verzichten sollte. Man sieht zum Teil desillusionierte Jugendliche, die zu glauben wissen, dass ihr ganzes Leben aus ALG 2 bestehen wird. Andererseits: Manche tuen so abgeklärt, weil sie es als „cool“ befinden.

  3. „C’est la vie“ — ich finde diesen Satzweder gleichgültig noch resigniert. Ich hörte ihn nämlich einmal lachend von einer Frau gerufen, die gerade von mir wegging, einfach weil es in diesem Moment gut und richtig war und das Leben eben manchmal Unterbrechungen verlangt.

    Klingt bei mir mehr nach „Kopf hoch, wird wieder“.

  4. „C’est la vie“ – stell dir vor, einer schnappt sich den super toll bezahlten Job den du unbedingt haben willst vor der Nase weg. Dann ist das halt so, dass muss aber nicht heißen, dass das Negativ ist. Umgekehrt ist es auch einsetzbar. Derjenige der den Job bekommen hat, kann ebenso zu dir „c’est la vie“ sagen, weil du leer ausgegangen bist.
    Um auf dein Geschichte zurück zu kommen, stellt sich mir die Frage warum sieht die junge Frau so abgerissen aus. Hat sie die Misere selbst verschuldet? Dann passt die Aussage meiner Meinung nach nicht. Wenn sie ihren Job aber unverschuldet verloren hat und sie nicht gleich wieder einen neuen bekommt, dann hätte sie eine Pechsträhne (daher die verhunzten Haare, aua) Dann passt das „c’est la vie“.
    Jasysophie hat recht, wenn sie sagt, die Aussage zum Denken anregt.
    Liebe Grüße

    1. Also ja, sie sah abgerissen aus, aber das war sicherlich auch ihre Absicht. Sie war kein Punk, noch nicht, aber eine Jugendliche, die Grenzen austestete. Und dieses Tattoo, das war was für immer. Also vielleicht nimmt sie auch nur das Leben an und ich habe in diesem Moment alles andere, ihr Aussehen, meine Stimmung einfließen lassen …

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