Der eine Zukunftstraum

Manche Träume schmerzen und zerren an der Seele, weil man so sehr will, dass sie wahr werden. Aber vielleicht sind das schon keine Träume mehr, sondern Sehnsüchte im ganzen Umfang des Wortes. Manche Träume sind aus der Not geboren und treiben einen an, hinter sich zu lassen, was einem einst mit das Wertvollste der Welt erschien, um zu retten, was das Wertvollste ist. Das Leben und die Familie. Manche Träume nagen an einem, haben sich festgebissen in den Hirnwindungen, haben Synapsenverbindungen geschaffen und blinken bei bestimmten Reizwörtern immer wieder auf. Sie sorgen dafür, dass man mehr will, dass man auf etwas zu arbeitet, etwas schaffen möchte – für sich oder andere oder beides. Manche Träume können nicht erfüllt werden. Vielleicht, weil zwei dazu gehören würden. Vielleicht, weil der Körper nicht mitspielt. Vielleicht, weil …

Träume können sich ändern, sie verschieben sich im Laufe des Lebens und der Erfahrungen. Nur wenige Träume meiner Jugend habe ich in mein Ü30-Leben mitgetragen. Und die meisten habe ich erfüllt. Der letzte war New York, wo ich hingewollt, hingemusst hatte, seitdem ich 16 war.

Während ich aber so schreibe, zweifle ich an dem Traumbegriff und wofür ich ihn wirklich verwenden kann. Was ich als Jugendträume bezeichnete, waren vielleicht allesamt eher Sehnsüchte. Stattdessen habe ich Hoffnungen für anderes. Hoffnung, dass ich in meinem Beruf etwas bewirke, dass ich gesund bleibe, dass die wichtigen Menschen mir lange erhalten bleiben, dass um mich herum weiter Frieden herrschen wird. Ein dauerhaft glückliches Leben ohne Armut und ohne Sorgen dagegen ist wiederum auch kein Traum, sondern eine Utopie.

Träume. Es gibt einen wiederkehrenden Traum, der tatsächlich ein Traum ist – und immer einer sein wird. Und den schon viele vor mir teilten und viele mit mir teilen und den man sich so nie wird erfüllen können. Ich träume vom Fliegen. Bin ich träumend in brenzligen Situationen, springe ich hoch, breite meine Arme aus und die mich umgebende Luft wird schwerer, dichter, fängt mich auf und trägt mich. Und schwimmend fliege ich höher, immer höher, bis alles, das Gefährliche und das Alltägliche, kleiner und winzig wird, ehe ich sanft irgendwo lande, wo ich mich sicher fühle. Mein Traum ist die Sehnsucht nach Geborgenheit in meiner Beziehung und meinem Zuhause ein Leben lang. Und mit diesem Traum bin ich gerade in der heutigen Zeit nicht alleine.

(Diese Gedanken sind mein Teil eines Projektes zusammen mit Moteens,  Dark Owl und Kinderunlimited.)

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7 Kommentare zu „Der eine Zukunftstraum

  1. Ich habe sogar einmal in New York gelebt und trotzdem noch jede Menge Träume.

    Ich finde interessant, dass der Begriff für Dich nicht nur positiv besetzt ist. Das ist wohl war. Ich bewundere Deine Offenheit und Ehrlichkeit……und fliegen würde ich auch gern…ich baue da eher auf meine virtuelle Realität. Danke für die tolle Zusammenarbeit. Liebe Grüße, Ann

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