Fabian

Wir werden nicht daran zugrunde gehen, dass einige Zeitgenossen besonders niederträchtig sind, und nicht daran, dass andere besonders dämlich sind. Und nicht daran, dass einige von diesen und jenen mit einigen von denen identisch sind, die den Globus verwalten. Wir gehen an der seelischen Bequemlichkeit aller Beteiligten zugrunde. Wir wollen, dass es sich ändert, aber wir wollen nicht, dass wir uns ändern. (3. Kapitel)

Ich hätte „Fabian“ von Erich Kästner tatsächlich schon viel früher lesen sollen. 1931 erstmalig veröffentlicht – fast hundert Jahre alt und noch so aktuell. Und nun ärgere ich mich ein bisschen, dass ich mich nicht besser informiert habe, um direkt die Urfassung, 2013 unter dem Titel „Der Gang vor die Hunde“ veröffentlicht, zu kaufen.

11 Gedanken zu “Fabian

  1. Unbedingt einschränkend rede ich nur von mir selbst, wenn ich sage, ich lese die Worte, ich verstehe die Worte, ich stimme dem unbedingt zu ABER wie weit gehe ich mit meiner Zustimmung und morgen auch noch, übermorgen, nächste Woche? Oder nur jetzt, wo ich es kommentiere, doch nicht morgen, wo ich es nicht tue und ausprobiere.
    Auch ein schönes Zitat von Kästner (und ein schönes Aufsatzthema): Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
    Moral wird da schwer, wo genug geredet wurde. Tue ich schon zu viel und deshalb……………………………………………..

  2. Gegen die seelische Bequemlichkeit aller Beteiligten hilft nur Geistesmut, sagt R. Steiner:

    „Und soll das Bewusstsein mit den Taten des Unbewussten nicht in immer größere Disharmonie geraten, so darf es nicht an der Schwelle verharren und in unfruchtbares Lamentieren und in Angst verfallen. Diese Schwelle kann weder durch wehmütigen Rückblick noch ohnmächtiges Hoffen, sondern nur durch Geistesmut überschritten werden.“

    In meinem (zugegebenerweise bescheidenen) WP-Reader finde ich dazu nur allzu selten etwas.

      1. Stephan Seidel schreibt in „Dr. Rudolf Steiner: Wirken und Werk“: „Es ist nicht die Zeit, die Hände in den Schoß zu legen und zu sagen: Der Steiner hält seine Vorträge und schreibt schöne Bücher, er wird schon alles machen, wir brauchen uns um nichts zu kümmern (…)“ –

        Nein, Geistesmut muss uns befeuern (und vor allem diesen großen Müllhaufen, wie ich das Netz gerne nenne) und wie ich ihn hier dankbar zuweilen vorfinde: Danke dafür.

    1. Nein, er hat auch für Erwachsene geschrieben. Fabian ist ein 32jähriger, der als Literaturwissenschaftler sein Glück in Berlin versucht. Da ich im gleichen Alter mit dem gleichen Unihintergrund bin, gefiel es mir richtig gut.

  3. Ich finde es super das wir alle gemeinsam den Bach hinunter gleiten. So grazil und ansehnlich berührt es mich, das ich jeden morgen vergnügt, beim Zähne putzen, in den Spiegel schaue und das Blut meines Zahnfleischs für jedes indische Kind das für H&M arbeitet opfere.

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