Warum unser Bildungssystem krankt (2)

2. Wegen der Hochschulausbildung für angehende Lehrer

Man darf nicht nur auf den Studenten rumhacken. Vielleicht hätte ich es, wenn ich ähnlich dumm gewesen wäre, wie einige von ihnen definitiv sind, auch so gemacht. Vielleicht hätte ich mich dann nach dem Abi hingesetzt und überlegt: „Äh. Also ich hab jetzt ja Abi. Also auch nich so schlecht. 2,3. Da geht doch was. Ich bin nicht dumm. Studieren wär doch ganz cool eigentlich. Aber was? OK, vielleicht Deutsch. Hatte ich ja auch schon als LK gehabt, weil ich nichts anderes wusste. Und vielleicht auf Lehramt. Da hab ich nen sicheren Job wenigstens.“ Und schwupps, haben wir einen Deutschidioten mehr da sitzen. Denn Deutsch können wir ja alle, nicht wahr?! Zum Maschinenbaustudium würden sie sich sicher nicht anmelden. Und warum nicht? Weil sie wüssten, sie würden durch die Klausuren durchfallen.

Es ist zu leicht, ein Lehramtsstudium zu starten. Zu viele Menschen denken in den typischen Lehrerklischees. Dass Lehrersein je nach Fächerwahl ein mental und psychisch durchaus anstrengender Job ist, ist den meisten überhaupt nicht bewusst. In Finnland werden nur die zum Studium zugelassen, bei denen die Entscheider wirklich merken, dass das angehende Pädagogen sind, dass sie Pädagogen sein wollen. Sie müssen eine schriftliche Prüfung und verschiedene Eignungsverfahren durchlaufen. Wieso nicht auch hier? Natürlich, dann würden vielleicht einige durchs Raster fallen (so wie ich), die zumindest nicht von Beginn an Lehrer sein wollen, die als Lehrer aber nicht falsch wären. Aber man hätte weit weniger vollkommen unnütze Lehrertypen da sitzen. Diese müssten stattdessen ihre Fächer ohne Lehramtsabschluss studieren. Mal sehen, ob sie das immer noch machen würden. Aber auch da gilt:

Es ist zu leicht, ein Deutschstudium zu beginnen. Oft liegt der NC, wenn es überhaupt einen gibt, gar nicht so sehr hoch, und durch das Nachrückverfahren findet der eine Student und die andere Studentin ihren Weg durchaus an die Uni. Da aber doch Schreiben so wichtig ist: Wieso nicht einfach mal einen Einstellungstest? Überall ist das gang und gäbe: Die Fähigkeiten von angehenden Kunst- und Musikstudenten werden ja auch überprüft. Aber von den künftigen Deutschstudenten glauben wir, dass sie Deutsch können. Was leider einfach nicht stimmt. Es gibt eine Regel an meiner Uni, die besagt, dass in Hausarbeiten (ca. 12 Seiten im Bachelorstudium) auf den ersten zwei Seiten Fließtext nicht mehr als fünf Fehler pro Seite sein dürfen, ansonsten liest der Dozent sich die Arbeit gar nicht weiter durch. Vor einem Jahr scheiterten in einem Seminar 60% der Studenten allein an Rechtschreibung! Ein Test hätte das verhindert.

Die Universitäten bieten oft kein vernünftig durchstrukturiertes und ineinander übergreifendes Studium an. Das liegt nicht nur an den Hochschulen, sondern auch an der Politik – dazu ein ander Mal mehr, aber wichtig ist zu wissen, dass die Universitäten kaum mit den vom Land aufgebürdeten Umstrukturierungen nachkommen, und dass andererseits auch viele uniinternen Mechanismen dafür sorgen, dass es nicht zu einem wirklichen „Aufräumen“, welches wiederum zu einer besseren Struktur für alle führen würde, kommen kann.

Probleme gibt es allerdings auch schon innerhalb eines Institutes. Die Veranstaltungen meiner Uni sind zum Teil gar nicht auf Lehrämtler zugeschnitten. Es gibt die gleichen Seminare für den „normalen“ wie den lehramtsbezogenen Bachelor of Arts (BA).

Schauen wir den Studienbeginn an: Die StudentInnen sollen Einführungsvorlesungen in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (NDL) sowie in die Deutsche Philologie erhalten. Da können sie nichts wählen, das sind Pflichttermine. Diese können meines Erachtens ruhig für BA und BA Lehramt angeboten werden, denn sie sollen ja Grundlagen legen. Vertieft werden diese Grundlagen dann im ersten Semester lediglich in NDL: Die Seminare sind aber zum Teil so speziell auf nur einen Autor zugeschnitten, dass das erworbene Wissen in der Schule kaum zur Anwendung kommt. Mit dramatischen und lyrischen Werken befassen sich zwar nicht explizit, aber immerhin implizit je zwei von acht möglich wählbaren Seminaren. (Natürlich sind die Seminare wegen der hohen Studentenzahl nicht frei wählbar. Man kann nur Vorlieben angeben, dann wird man aber zugeteilt.)

Schauen wir auf das zweite Studienjahr. Hier sieht man, dass nicht einmal das Institut selbst übergreifend und strukturiert arbeitet, denn es werden zwei Seminare zum gleichen Autor angeboten. Außerdem noch eins zu Rousseau, welcher zwar jedem Deutschlehrer bekannt sein muss – aber ob man als Lehrer wirklich ein Seminar dazu braucht? (Über die BA-Studenten spreche ich hier nicht. Nur über die Lehramtsangebote.) Ebenso fraglich ist diesbezüglich das Jung-Stilling-Seminar. Das heißt: Von sechs Seminaren sind zwei für Lehrämtler nicht unbedingt hilfreich, zwei von den anderen vieren behandeln den gleichen Autor. Hm.

Die Angebote des Lehrstuhls für Deutsche Philologie sind schon zu meiner Studienzeit sehr wenig greifbar und wenig fruchtbar für Lehrämtler gewesen. Andere Unis boten (und bieten) durchaus gute Lehrerbildungsseminare diesbezüglich. Von den sechs Seminaren im zweiten Studienjahr können drei für Lehrämtler nützlich sein. (Wiederum: Erhalten die Lehrämtler, sofern sie eins von diesen wählen, diese die dann auch über den Vergabemechanismus zugeteilt?!)

Schweigen möchte ich über die Angebote der Älteren Deutschen Literaturwissenschaft. Es ist schon schwierig genug, mittelalterliche Literatur überhaupt in den Unterricht zu integrieren  – geschweige denn, dass man diese auch noch auf Mittelhochdeutsch unterrichtet. Aber die Angebote an die Studenten sind hier zusätzlich eher wenig förderlich.

Ich könnte noch länger weiter machen. Die Problematik dürfte nicht nur an meiner Universität bestehen. Wir sprechen hier – wie beschrieben – von mehreren Ebenen, die Arbeit bedürften: Die Zulassung der Studenten, die verschiedenen Studiumsstrukturen, die die Politik den Unis aufdrückt, die uniinternen Macht- und Profilierungskämpfe, die manchmal eine vernünftige Positionierung einer Uni kaum machbar erscheinen lassen, die Angebote der Institute selbst, die die Wahlmöglichkeiten der Lehrämtler stark einschränken.

Schön wäre ja, wenn unsere angehenden Lehrer zum Beispiel im Bereich NDL ein Dramen-, ein Lyrik-, ein Epikseminar und ein Kinder- und Jugendliteraturseminar belegen müssten und wenn in diesen Seminaren dann nicht nur jeweils ein Autor, sondern mehrere Autoren vergleichend behandelt würden. Wichtig wären im Bereich der Älteren Literatur Seminare, mit denen die StudentInnen etwas anfangen können, das heißt, dass ihnen direkt gezeigt wird, wie man die Inhalte in die Schule einbringen kann: So könnte man die Nibelungen/Parzival/Tristan  im Bereich der Heldensagen (6. Klasse) behandeln und dazu standardmäßig Seminare anbieten, man könnte Minnelyrikseminare (allerdings nicht nur zu einem Dichter) anbieten, da Liebeslyrik immer wieder in der Schule auftaucht, man könnte mittelalterliche Gebrauchstexte besprechen, da man diese fächerübergreifend durchaus einsetzen könnte (Geschichtsunterricht, aber auch im Bereich der Biologie oder Erdkunde gibt es interessante Anknüpfungspunkte). Grundlegend im Bereich Deutsche Philologie sind Seminare zur Grammatik des Deutschen, zur Zeichensetzung, zu Rechtschreibschwächen, zur Sprachentwicklung beim Kind, zur Leseförderung …

Dann könnte man zumindest sagen, dass man zukünftige Lehrer ausbildet. So, wie es nun oft geschieht, ist das Lehramtsstudium an manchen Unis nur ein Stiefkind. Und bevor dieses so halbherzig ausgebildet wird, sollte man es lieber zur Adoption freigeben.

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13 Kommentare zu „Warum unser Bildungssystem krankt (2)

  1. Eine interessante Zusammenfassung des Lehramtsstudiums, von dem ich bisher nicht so viel wusste! Was du beschreibst, klingt wirklich arg an der Lebens- und Lehrrealität vorbei konzipiert. Wäre es deiner Meinung nach sinnvoll, das Lehramtsstudium womöglich ganz vom „normalen“ Fachstudium zu trennen und dafür die Fachdidaktik nicht in Extra-Kurse auszulagern, sondern gleich in jeden Kurs für Lehrämtler einzubauen? Deine Vorschläge scheinen ja zumindest teilweise in die Richtung zu gehen, und ich weiß von Freunden, die sich mit der Lehrerausbildung in den Naturwissenschaftern beschäftigen, dass es da auch entsprechende Überlegungen gibt (ob, wann und wie die jemals umgesetzt werden… naja. Du schreibst ja selber, dass das auch ein politisches Problem ist).

    1. Ich denke, dass das Studium durch die B.A. und M.A.-Struktur sowieso schon sehr verschult ist. Wieso kann man es dann nicht weiter strukturieren, indem man wirklich Wert auf eine Ausbildung in den für DeutschlehrerInnen relevanten Bereichen legt.

      Ja, ich denke, dass das Lehramtsstudium vom Fachstudium getrennt werden kann. Also von mir aus sollen auch normale B.A.-Studenten sich zu den Seminaren für die Lehrämtler setzen, aber wichtig ist erst einmal, dass es genug Seminare fürs Lehramt gibt.

      Natürlich sollte ich nicht verschweigen, dass es Wissenschaftler gibt, die sagen, dass das eigentliche Fachwissen nicht so wichtig ist, sondern das Lehrer über ein bestimmtes Lehrerwissen verfügen. Diese Meinung ist so vielleicht überspitzt, aber ich stütze sie auch nicht. Die Lehrer, die diese Forscher vor sich hatten, waren ganz anders als das, was da an angehenden Lehrern vor mir sitzt. Weil bisher die Studenten als Schüler alles vorgekaut bekommen haben, muss man das nun eben so weiterführen.

      Eigenständiges Denken ist denen (hoffentlich: noch) fremd, wie man ja an meinem ersten Beitrag zum Thema sah.

      In Finnland wird meines Wissens nach zwischen Klassenlehrern unterschieden, bei denen mehr Wert auf die pädagogische Ausbildung als auf die Fachausbildung gelegt wird, und zwischen Fachlehrern. Beide Lehrertypen unterrichten die Stufen 1-9.

  2. Verzeihen sie::
    Mir erscheint das komplette Schulsystem krank.
    Schule muss neu erfunden werden.
    Nicht nur mein Gedanke

    1. Dazu komme ich noch. Das ist ja nur der 2. Teil von mehreren …

      Und ja, vieles ist schlecht, aber nein, durch meine Schulpraxis (und wenn es auch nur viereinhalb Jahre bisher waren) kann ich sagen: Nicht alles läuft schief. Und wenn es nicht schief läuft, dann liegt es meistens an den engagierten Lehrern.

  3. Gut gebrüllt. Ich (als Leidtragender der ersten Generation der damals so genannten „reformierten Oberstufe“ – sprich: „Kurssystem“) war auch einer der Sargträger der schulinternen Beerdigung (ach, was haben wir neben „Startbahn-West“ und „Pershing“ nicht alles für Alternativen zum „paramilitärischen“ / pardon: para-akademichen Unterricht gehabt) der Tradition im besten Sinne. Mein persönlicher Erfolg war das Engagement für das Gymnasium in „nichtbewertbaren“ Ressorts (Kultur natürlich – Schulorchester und Theater) und damals die aufkommende BIO Ernährung als Kontrast zum Negerkussverkauf des Hausmeisters in den Pausen.

    Seither petitioniere ich nicht nur für die (immer kürzer werdenden) Zivildienste und FSJahre, sondern mehr noch für die Verpflichtung, jeden Schulabgänger mit 50 € am Piccadilly Circus ohne Händi und nur den notwendigsten Requisiten auszusetzen, zu einem Wanderjahr (wie die Wanderschaft, Walz, Tippelei, Gesellenwanderung … der Handwerksgesellen) – um sich für ein Jahr selbstversorgend und reisend ein Bild von der Welt zu machen.

    Ich möchte mal wissen, wieviele meiner Mitschüler jenes Wiesbadener „humanistischen Gymnasiums“ das ich besuchte (und meinerselbst habe ich die Wanderjahre hinter mir) dann noch die hyper-akademischen Karrieristen geworden wären, die man kürzlich auf einem Klassentreffen bestaunen konnte.

    1. Die Frage ist: Wollten sie nicht solche Karrieristen werden und sind sie damit erfolgreich? Denn wenn ja, dann sind deine und deren nur andere Lebensanschauungen vielleicht?

  4. Lies mal von Adorno „Tabus über den Lehrberuf“. Adorno ließ Leute schonmal nicht zum Examen zu, weil sie den Namen „Hobbes“ nicht richtig aussprechen konnten. Die konnten sich dann nach absolviertem Studium etwas anderes suchen.

      1. Nein. Das Problem ist, dass immer mehr Leute an die Uni kommen, die dort vor 20 Jahren noch überhaupt nicht hingekommen wären. Das fängt an bei der Noteninflation (http://goo.gl/6vt9n7) und geht hin zu einem gewollten Umbau der Universitäten zum College: Das Reifezeugnis wird künftig der Bachelorabschluss sein, nicht mehr das Abitur (http://goo.gl/jK7PcK). Wohin die Reise geht: In Frankreich erhalten ca. 80% der Absolventen die Berechtigung zum Studieren an einer Hochschule. Das ist ungefähr der Richtwert, den auch Deutschland anpeilt. Um das zu schaffen, muss das Niveau sinken, und sinnvoll ist das nur, wenn dann das Niveau an den Universitäten auch sinkt, weil es ansonsten für die Katz war diese Leute an die Uni zu lassen. Und das ist auch der tiefere Sinn der BA/MA Einführung gewesen. Das Niveau musste strukturell gesenkt werden. Ein Gericht in Norddeutschland hat relativ zügig nach Einführung geurteilt, dass der BA kein berufsqualifizierender Abschluß ist. Trotzdem können viele danach nicht mehr weiter machen. Die Uniabschlüsse in Deutschland wurden entwertet.
        Als einzelne/r DozentIn lässt sich da nicht viel machen. Diese Situation ist politisch gewollt. Das einzige, was einem übrig bleibt, wäre sich auf die zu konzentrieren, die wirklich an die Uni gehören und den Rest hinauszuprüfen. Und dann kommen in der Germanistik an vielen Unis die Althochdeutsch- und Mittelhochdeutschseminare ins Spiel…

      2. Also ich habe Adorno jetzt nur mal überflogen (wenn das bei so einem Text überhaupt geht), aber er versucht ja vor allem das schlechte (Selbst)Bild des Lehrers auseinanderzunehmen. Und da gebe ich ihm durchaus Recht: Von allen Seiten gibt es seit so vielen Jahr(hundert)en diese Vorurteile gegen Lehrer, das kaum einer davon sich traut, sich irgendwo hinzustellen und zu sagen: Ich bin Lehrer und stolz drauf und ich mach es gern. Das zum einen.
        Zu dem was du nun geschrieben hast: Wenn man mit Amerikanern spricht, dann verstehen sie unser Bildungssystem nicht, weil hier die Studenten so rasch entscheiden müssen, was sie machen wollen und ihnen im Grunde durch die Amerikanisierung des Systems die Freiheiten zur Reifung genommen werden. Also unser System ist offenbar nicht so gewollt, wie das Amerikanische. (Aber hier tappe ich auch ein bisschen in dunklen Gewässern und weiß nicht, wie viel von diesen Aussagen sich allgemein halten lässt.)
        Dass das Niveau sinkt, liegt dennoch durchaus auch an den einzelnen Dozenten, denn wenn die nicht in ihren Seminaren Wert auf gewisse Standards legen, können sie sich gleich mit dem System begraben.
        Warum, frage ich mich, sollte die Politik Abschlüsse wollen, die nichts bringen und eher in die Arbeitslosigkeit führen? Wenn es politisch gewollt ist, dann wundere ich mich, was wir von diesen zusätzlichen Studenten haben. Wir haben nur etwas von Exzellenz. Und die erreichen wir damit nicht. Das dürfte auch jedem wenig exzellenten Politiker im Grunde klar sein.
        Aber vielleicht bin ich auch hierbei wieder sehr naiv …

      3. Der Pointe bei Adorno ist ganz einfach, dass er bei den zukünftigen Lehrern beobachtete, dass sie ein strategisches Verhältnis zu Wissen, Bildung und Intelligenz haben. Das war der Persönlichkeit des Schulmeisters um 1900 diametral gegenüber gestellt. Und das sind die Eigenschaften, die heute gefördert und belohnt werden. Es werden keine Persönlichkeiten mit Charakter und einer umfassenden Bildung erzogen und ausgebildet, sondern Menschen, die versuchen, strategisch gewitzt durchs Studium zu kommen. Kaum einer weiß heute zum Beispiel, dass es lange Zeit in Deutschland keine Uniabschlüsse außer der Promotion gab. Man studierte, um den Charakter zu bilden. Wann man fertig war, bestimmte man selbst. Der MA wurde dann eingeführt, um die Unis zu entlasten, als das Bildungsbürgerideal nicht mehr ausreichte und viele die Promotion anstrebten, was die Unis dann überlastete. Auch das Ausdruck des strategischen Zugriffs auf Bildung.
        Die Pointe bei den entwerteten Uniabschlüssen ist nun folgende: Sie wurden um das intellektuelle Gehalt entkernt, übrig geblieben ist ein instrumentelles Wissen, das ausreicht, um der Wirtschaft zur Verfügung zu stehen. Die Wirtschaft braucht keine Intellektuellen mit ihren wirren Theorien, sondern handfestes Wissen in den Kernfächern. Daher auch der Umbau der Universitäten zu Wirtschaftsunternehmen mit möglichst attraktiven Fächern. Orchideenfächer sollen sich spezialisieren und eine kleine Elite ausbilden, mehr braucht man seit jeher nicht. Alles andere wäre ja auch Verschwendung von Humankapital. Usw. usf.
        Für die Germanistik bedeutet das: Zukünftige Lehrer sollen den Schülern beibringen, wie man Bewerbungen schreibt, einen Geschäftsbrief aufsetzt, und das möglichst fehlerfrei. Undsoweiter. Der Rest, also die Literatur, dient als Exempel. Ja, ich weiß, etwas überspitzt ausgedrückt.

        Man kann das auch in einem Satz ausdrücken: Bildung ist nicht Selbstzweck, sondern zweckgerichtet auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit.

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