Die Räuber

Ein Klassiker. Also so ein richtiger. So einer, wo der Autor sich hingesetzt hat, um sein Gedankengut, seine Ansichten hineinzupacken, und Anlehnung fand bei diversen Autoren und historischen Personen. So etwas, das zeitlos ist. Und immer noch in der Schule gelesen wird. Und das, wenn man einen guten Lehrer hat und es im richtigen Alter liest, einem Spaß machen kann.

Warum machte es mir Spaß? Wieso hob es sich von den anderen Schullektüren ab? Nun, wir hatten vorher „Hauptmann von Köpenick“, „Der Richter und sein Henker“, „Der Name der Rose“ und „Emilia Galotti“ gelesen. Alles Werke, von denen ich sagen kann, dass unser Lehrer sie gut ausgewählt und sie gut rübergebracht hat. (Lassen wir mal „Katz und Maus“ von Grass außen vor … Das mochte ich einfach nicht sonderlich.) Dennoch waren das „nur“ Schullektüren. Doch in die „Räuber“ erkannte ich mich als rebellierende Jugendliche wieder. Idealistisch, radikal, leidenschaftlich. So war Karl Moor und ich wohl auch.

Es ist ein Werk, das meiner Meinung nach wirklich miterleben lässt. Und durch das Miterleben die Schaffung eigener Erfahrungen ermöglicht. Man möchte so idealistisch sein wie Karl. Aber man wird vor Menschen wie Spiegelberg oder Franz Moor gewarnt. Und auch davor, dass der Idealismus der Jugend so nicht auf die Erwachsenenwelt übertragbar ist.

„Ich fühle eine Armee in meiner Faust – Tod oder Freiheit!“ – Die Räuber II, 3 / Moor

Und hier könnte man als Lehrer vielleicht einen Einschub Richtung RAF wagen. Oder, wenn man ganz mutig ist, hinterfragen, warum eigentlich gerade junge Leute voller Idealismus und Radikalität fortziehen und sich Räuberbanden wie der IS anschließen. Es ist ein weites Feld …

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2 Kommentare zu „Die Räuber

  1. Alle Autoren waren einmal jung und von einem Geist beseelt, den sie nicht riefen. Zauberlehrlinge, (aufgeklärte) Kinder ihrer Zeit. Der IS besteht nur aus Terroristen, die im Namen eines Gottes morden.

    1. Das ist sicher richtig, dennoch haben sie eine gewisse Motivation. Ebenso wie die RAF. (Nein, ich vergleiche die beiden nicht miteinander, ich nenne nur Beispiele, in denen junge Leute radikal werden. Und die Räuber in die Räuber sind auch alles andere als nett … )

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