Das doppelte Lottchen

Erich Kästners Werke für Erwachsene habe ich nie gelesen – vielleicht, weil ich finde, dass er ein solch guter Kinderbuchautor und Dichter ist? Vor meiner Kommunion hatten meine Mutter und ich uns hingesetzt und eine Bücherwunschliste erstellt: Neben dem „Doppelten Lottchen“, dessen Geschichte wohl allen bekannt sein dürfte, wurde mir auch „Der 35. Mai“ geschenkt. Beide habe ich gern gelesen, das Lottchen aber doch viel lieber.

Es war eine Mädchengeschichte, von der es damals noch nicht so viel gab, denn die Eltern waren getrennt. So wie bei mir. In all meinen anderen Kinderbüchern wurde stets ein „normales“ Elternhaus vorgelebt und das hatte ich nun einmal nach diesen Maßstäben nicht. Aber Kästners Buch ließ meine geheimsten Hoffnungen sich hochwühlen: Wenn mein Vater doch meine Mutter einmal geliebt hatte, tat er das dann wirklich jetzt nicht mehr?! Vielleicht könnte er ja auch wieder …

Andererseits war ich wohl auch damals schon zu sehr Realist für diese Vorstellung. Immerhin hatte ich ja „neue“ Geschwisterchen. Und so blieb es bei Träumereien, während im „Doppelten Lottchen“ das Happy End seinen Lauf nahm.

3 Gedanken zu “Das doppelte Lottchen

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