Die Kinder von Bullerbü

Den Klassiker von Astrid Lindgren nahm meine Mutter mit in meinen ersten großen Urlaub. Es ging – nicht neidisch werden – nach Fiji. Dort, auf dem Schiff meiner Stiefgroßeltern, saßen wir unter kraftvoll blauem Himmel am Heck, lehnten unsere Rücken gegen die Reling und hatten das Klatschen der aus kristallklarem Wasser bestehenden Wellen als Hintergrundmusik, während Mama ihrer bald Fünfjährigen aus „Die Kinder von Bullerbü“ vorlas.

Sie musste es in den folgenden Monaten noch so oft lesen, dass ich die ersten Seiten auswendig konnte: „Ich heiße Lisa. Ich bin ein Mädchen. Das hört man übrigens auch am Namen. Ich bin sieben Jahre alt und werde bald acht.“ Wie genau ich mir den Text merken konnte, zeigt sich daran, dass ich mir durch das Buch selbst das Lesen beibrachte.

Oft habe ich mir gewünscht, in Bullerbü aufzuwachsen, mit einem sicheren Elternhaus, mit Freunden links und rechts, mit mehr Platz zum Spielen, als ich ihn in unserer Kleinstadt hatte, mit so langen Sommerferien … Fahre ich mit dem Auto durch den September und rieche abgemähte Felder, steigt Bullerbü noch heute aus meinen Gehirnwindungen auf. Bullerbü und dann Fiji. So unterschiedlich und doch so nah.

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9 Kommentare zu „Die Kinder von Bullerbü

  1. So schön ❤ Dankeschön für deine Geschichte.

    Astrid Lindgren und ihre tollen Geschichten, wen hat sie nicht damit verzaubert? Groß und klein. Eine wahre Zauberin der Worte, die Träume verursacht ❤

    Dir wünsche ich einen ganz tollen Start in die neue Woche und lass dir liebe Grüße da
    Heike

  2. Die Kinder von Bullerbü..kann mich sehr gut an diese Serie im Fernsehen erinnern, die ich zusammen mit meinen Töchtern angesehen habe. Heute ist meine Enkelin genauso fasziniert davon und ist schon in Schweden mit ihren Eltern den Spuren von Astrid Lindgren gefolgt. So zieht sich das durch die Generationen 🙂

  3. Wir Kinder von Bullerbü kannte ich noch als Hörspiel. Das habe ich schon sehr gemocht, einfach da das Leben ganz anders beschrieben wurde als meines und da es einfach ein gut gemachtes Hörspiel war. Aber die Familiensitutation dort fand ich doof, weil mir immer schon klar war, dass es so intakte Familien einfach nicht gibt. Trotzdem tauche ich auch heute gerne noch in diese Welt ein und hab das Hörspiel eben wieder auf einem Flohmarkt ergattert. (Nur der Kassettenrecorder fehlt noch^^)
    Liebe Grüße

    1. Kann man wirklich generell ausschließen, dass es solch intakte Familien gibt? Und: Waren wirklich die Eltern jemals im Mittelpunkt, sodass man deren Beziehung mitbekam? Ich kann mich ehrlich gesagt kaum an sie erinnern. Aber das kannst du mit dem Hörbuch ja noch einmal verifizieren 🙂

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