Die Kinderbibel (Lesezeiten)

Nein, ich glaube nicht. Oder vielleicht gehört ein „mehr“ noch in diesen Satz. Andererseits gehört zu „Glauben“ eine bewusste Entscheidung dafür. Ich traf aber im Alter von vielleicht zehn Jahren eine bewusste Entscheidung dagegen. Eine Zeitlang zweifelte ich noch; doch im Laufe der nächsten vielleicht drei Jahre, festigte sich mein Glaube, nicht an den Gott der katholischen Kirche glauben zu müssen.

Dennoch steht die Kinderbibel auf meiner Leseliste der bedeutenden, mich beeinflussenden Bücher. Ich habe gern in ihr gelesen und die dargestellten Ereignisse haben mich – vor allem zu Beginn der Grundschulzeit – fasziniert: So viele wundervolle, aber auch grausige Geschichten und dabei schön bebildert. Der kleine Weidekorb im Schilf; die goldene Lade in der Wüste; die Salzsäule, die einst eine Frau war; das Säuglingstöten nach Jesus‘ Geburt … Die Bilder haben sich tief in meinem Hirn eingegraben.

Das Wissen, das ich über biblische Geschichten besitze, verdanke ich nicht in erster Linie dem Kommunionsunterricht oder dem mittwochmorgendlichen Pflichtkirchenbesuch in den ersten Schuljahren, sondern meiner Kinderbibel. Und es hat mir sicher nicht geschadet, sie zu lesen.

Advertisements

5 Kommentare zu „Die Kinderbibel (Lesezeiten)

  1. „Es ist schwer, zu glauben, nicht zu glauben, ist unmöglich.“ schrieb Victor Hugo und ich kann ihm nur zustimmen. Auch wenn der kindliche Glaube an Gott nicht mehr relevant sein mag, durch irgendeinen Glauben in Bezug auf das ‚woher‘, ‚wohin‘ und ‚wozu‘ ist er sicher ersetzt worden – und sei es durch den Glauben, an den Kollegen Zufall. Schön, wenn die Erinnerung an faszinierende, spannende oder auch tröstliche Geschichten geblieben ist. Geschichten aus einer Zeit, in der die Welt zwar klein und überschaubar war, uns aber so unendlich groß und verlockend schien.
    Ich hab’s sehr gern gelesen – danke!

  2. Ist es nicht interessant, wie sehr wir Menschen von der jeweiligen Religion des Landes beeinflusst werden? Und wie schwer es oft fällt sich wieder davon zu lösen. Ich kenne viele der biblischen Geschichten, sie haben mich einst interessiert. Bunte Bilder, Gleichungen, die Denkweise einer verlorenen Zeit. Zum Teil weise, aber auch manipulativ. Der Autor ist immer klar zu erkennen. Und das war immer ein Mensch und nie ein Gott.

  3. Ich habe meine Kinderbibel auch gemocht! Und auch ich habe mich gegen die katholische Kirche entschieden – ob es da wohl einen Zusammenhang gibt ;-). Vielleicht weil die Kinderbibel die Geschichte besser erklären konnte, als alle Religionslehrer die ich hatte?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s