Wortfriedhof: Eisenfresser

Und hier meine ich das ursprüngliche Wort, aus dem 16. Jahrhundert stammend, und nicht Leute, die unser übriggebliebenes Metall auflesen, oder Sportler, die ihren Eisenhaushalt aufputschen müssen.

Ein Eisenfresser ist jemand, der mit seinen Kriegstaten prahlt. Im übertragenen Sinne wurde es wohl auch allgemein für „Prahlhans“ genutzt. Im Mittelhochdeutschen findet sich bereits „isen frezzen“, was hier so viel heißt wie „im Krieg vor nichts zurückscheuen“.

Eigentlich ist es gut, dass der Wortgebrauch zurückgegangen ist, denn es bedeutet, dass Ruhe in unser Europa eingekehrt ist; Ruhe, um die lange gerungen, für die erst ein vernichtender Krieg geführt werden musste, ehe die Menschen sich besannen, dass es vielleicht anders gehen könnte. Es ist eine trügerische Ruhe, vermutlich, vielleicht, wahrscheinlich. Wir werden sehen, ob wir irgendwann wieder das Wort ausgraben und ihm eher abfällig-ironisch wieder Leben einhauchen werden.

 

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